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US-Kongress: Raus aus dem Irak in einem Jahr

US-Präsident George W. Bush braucht 100 Milliarden Dollar für seine Soldaten im Irak. Das Geld muss der US-Kongress genehmigen und wird es auch tun. Unter einer Bedingung: Die Truppen sollen nur noch maximal ein Jahr im Irak bleiben.

Die Demokraten im US-Kongress haben auf einen Gesetzentwurf geeinigt, der einen Truppenabzug aus dem Irak in weniger als einem Jahr fordert. Präsident George W. Bush hat bereits sein Veto angekündigt. Ein Vermittlungsausschuss aus Senatoren und Abgeordneten stimmte nun dafür, die Bereitstellung von 100 Milliarden Dollar weiterer Kriegsgelder mit einem Rückzug aus dem Golfstaat bis zum 31. März zu verbinden.

Die ersten Soldaten sollen demnach frühestens Anfang Juli, spätestens jedoch Anfang Oktober den Irak verlassen. Der Kongress sollte noch in dieser Woche das Gesetz verabschieden, womit es dann auf den Tisch des Präsidenten käme.

Bush bekräftigte erneut, er werde das Gesetz mit einem Veto stoppen. "Ich glaube, künstliche Zeitpläne für einen Truppenabzug wären ein Fehler", sagte Bush. "Politiker in Washington sollten den Generälen vor Ort nicht erzählen, wie sie ihren Job zu erledigen haben."

Die Demokraten werfen Bush vor, die Realität im Irak zu leugnen und mit Scheuklappen an einer falschen Strategie für das Land festzuhalten. Mehr als vier Jahre nach dem Einmarsch der US-geführten Truppen in den Irak vergeht dort kaum ein Tag ohne Anschläge, Entführungen, Raubüberfälle oder Kämpfe.

DPA / DPA
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