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US-Raketenabwehrsystem: "Der kalte Krieg ist zu Ende"

Zum Abschluss seines Pragbesuchs warb der US-Präsident Georg Bush nochmals um Putins Zustimmung zum geplanten Rakentenabwehrsystem in Mitteleuropa. Das System richte sich nicht gegen Russland, sondern "allein gegen Schurkenstaaten und Extremisten".

US-Präsident George W. Bush hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin erneut aufgefordert, sich an dem geplanten US-Raketenabwehrsystem in Mitteleuropa zu beteiligen. Russland sei kein Feind der USA und brauche die geplante Raketenabwehr nicht zu fürchten, sagte Bush am Dienstag in Prag nach Gesprächen mit dem tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus und Regierungschef Mirek Topolanek. "Der Kalte Krieg ist zu Ende", unterstrich der US-Präsident.

Putin hat bislang alle US-Angebote zur Kooperation zurückgewiesen. Er hat die Regierung in Washington im Verdacht, mit dem Schild die militärische Stärke Russlands schwächen und die nationale Sicherheit bedrohen zu wollen. Zuletzt warnte er vor einem neuen Wettrüsten.

Tschechien kann sowohl mit den USA als auch mit Russland befreundet sein

Einen Tag nach der scharfen Kritik Putins an den US-Plänen in Tschechien und Polen forderte Bush den Kremlchef auf, russische Generäle und Wissenschaftler in die USA zu schicken: "Wladimir, Du solltest keine Angst vor einem Raketenabwehrsystem haben. Warum arbeitest Du nicht mit uns bei der Raketenabwehr mit?" Die geplanten Anlagen in Mitteleuropa richteten sich nicht gegen Russland, sondern allein gegen Extremisten und "Schurkenstaaten", damit die freie Welt nicht erpresst werden könne, sagte der US-Präsident. Die Tschechen müssten sich heute nicht mehr wie früher entscheiden, ob sie Freunde der USA oder Russlands sein wollten. Prag könne mit beiden Staaten befreundet sein.

Der tschechische Präsident Klaus betonte, dass Tschechien und die USA sich über das Raketenabwehrsystem völlig einig seien. Beide Seiten glaubten aber, dass es wichtig sei, Russland und Präsident Wladimir Putin die Pläne zu erläutern. Es müsse soviel Zustimmung wie nur möglich für das System gewonnen werden.

DPA/Reuters / DPA / Reuters