US-Senator Ted Kennedy leidet an Gehirntumor


Der prominente US-Senator Edward Kennedy leidet an einem bösartigen Gehirntumor. Das teilten die Ärzte des 76-jährigen Demokraten und Bruders des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy am Dienstag mit. Nach US-Fernsehberichten soll über die Behandlung nach weiteren Untersuchungen entschieden werden.

Der jüngste Bruder des 1963 ermordeten Präsidenten John F. Kennedy hatte am Samstagmorgen einen Krampfanfall erlitten und war mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik in Boston (US-Staat Massachusetts) geflogen worden. Zunächst war ein Schlaganfall befürchtet worden, nachdem Kennedy bereits im Oktober wegen Ablagerungen in einer Arterie operiert worden war, die das Gehirn mit Blut versorgt. Als sich die Befürchtung nicht bestätigte, hatte das am Wochenende große Erleichterung ausgelöst.

In der Mitteilung der Ärzte hieß es nun, die Untersuchung einer entnommenen Gewebeprobe habe bestätigt, dass Kennedy an einem bösartigen Tumor in der linken Gehirnhälfte leide. Die übliche Behandlung schließe eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie ein. Kennedys Zustand insgesamt sei gut, er sei "auf den Beinen".

"Ein Gigant der politischen Geschichte der USA"

US-Präsident George W. Bush zeigte sich in einer ersten Reaktion betroffen. Er sei zutiefst traurig über die Nachricht und bete für Kennedy, sagte Sprecherin Dana Perino.

Der Senator hatte zuletzt Ende Januar international für Schlagzeilen gesorgt, als er sich hinter den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Barack Obama stellte. Bereits die Nachricht von dem Krampfanfall hatte am Samstag Politiker aller Parteien betroffen gemacht. Obama nannte den ausgesprochenen Liberalen "einen Giganten der politischen Geschichte der USA". Der republikanische Präsidentschaftsbewerber John McCain würdigte Kennedy als einen "legendären Parlamentarier".

Kennedy stammt aus einer der alten, reichen und einflussreichen Familien der Ostküste und gilt als Galionsfigur der US-Liberalen und Patriarch der Demokraten. Er wurde 1932 als jüngstes von neun Kindern in Brookline (Massachusetts) geboren. Zu seinen Brüdern gehörte auch der ebenfalls ermordete ehemalige Justizminister Robert Kennedy. Nach einem Jura-Studium an der Harvard Universität fand Edward Kennedy rasch den Weg in die Politik und wurde siebenmal als Senator wiedergewählt. Aber nie hatte er eine ernsthafte Chance auf die US- Präsidentschaft, was auch mit seinem Ruf als Lebemann zu tun hatte.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker