US-Vorwahlkampf Clinton droht Iran mit "völliger Vernichtung"


Die heutigen Vorwahlen in Pennsylvania entscheiden womöglich über ihre politische Zukunft. Hillary Clintons zieht deshalb noch einmal alle Register, um sich als künftige starke Präsidentin zu profilieren - und schreckt dabei auch nicht vor populistischer Kriegsrhetorik zurück.

Sie will ins Weiße Haus. Mit aller Macht. Und sie weiß: Diese Vorwahlen sind vorentscheidend und womöglich ihre letzte Chance, ihrem Kontrahenten Barack Obama Paroli zu bieten. Die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat deshalb am Vorwahltag im US-Bundesstaat Pennsylvania noch einmal alle Kräfte mobilisiert, um sich als starke Frau zu positionieren.

Als die Wahllokale bereits geöffnet waren, ging sie im Fernsehsender ABC in die Offensive. Clinton warnte den Iran, dass sie als Präsidentin einen Atomschlag gegen Israel mit einer "völligen Vernichtung" des islamischen Religionsstaates beantworten würde. Die Iraner sollten wissen, betonte Clinton, dass die USA mit ihr als Präsidentin den Iran im Fall der Fälle angreifen würden. "In den kommenden zehn Jahren, in denen sie unklugerweise einen Angriff auf Israel in Betracht ziehen könnten, würden wir in der Lage sein, sie völlig zu vernichten." Es sei furchtbar, so etwas zu sagen, ergänzte die Senatorin aus New York. Aber die Machthaber im Iran müssten das verstehen, um sie von einem solchen Schritt abzuhalten.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte 2005 im Westen für Empörung gesorgt mit seiner Erklärung, Israel müsse von der Landkarte getilgt werden. Vor einer Woche sagte ein Kommandeur des iranischen Heers, Iran würde im Fall eines israelischen Angriffs das Land vernichten.

Obama will sich am "Säbelrasseln" nicht beteiligen

Herausforderer Obama reagierte prompt auf Clintons Einlassung und wies sie als "Säbelrasseln" zurück, an der er sich nicht beteiligen wolle. In den vergangenen Jahren habe es "viel Gerede mit Worten wie 'vernichten'" gegeben, sagte er demselben Sender. "Das führt nicht wirklich zu guten Ergebnissen. Und deswegen habe ich kein Interesse an Säbelgerassel."

Clinton hatte zuvor in einem letzten Wahlspot vor der Wahl düstere Bilder des Terroristenführers Osama bin Laden, des Zweiten Weltkriegs und der Wirtschaftskrise benutzt, um auf die Bedeutung einer starken politischen Führung zu verweisen. Obama warf ihr vor, wie die Republikaner mit einer Politik der Angst Zustimmung gewinnen zu wollen. "Wer wird uns in einer Zeit der Herausforderungen zusammenführen und nicht Angst benutzen, um uns aus kalter Berechnung zu spalten?", hieß es im rasch erstellten Wahlspot Obamas.

Clinton braucht nach parteiinternen Einschätzungen einen deutlichen Sieg in Pennsylvania, um angesichts der landesweiten Führung Obamas bei den Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag Ende August weiterhin im Rennen bleiben zu können. Bei der Vorwahl, für die bis zu vier Millionen Wähler der Demokraten eingeschrieben waren, geht es um 158 Delegiertenstimmen. Derzeit hat Obama 1644, Clinton 1498 Delegierte für den Parteitag in Denver hinter sich. 2025 Stimmen werden für die Nominierung benötigt.

Bei den Republikanern steht mit Senator John McCain der Kandidat schon fest. Am 4. November wählen die Amerikaner den Nachfolger von US-Präsident George W. Bush.

joe/Reuters/AP AP Reuters

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