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Vater einer Nation Mandelas Tod eint Südafrikaner


Nach dem Tod des Nationalhelden Nelson Mandela trägt Südafrika Schwarz. Die Trauer eint die Südafrikaner. Der Friedensnobelpreisträger war bis zuletzt ein wichtiger Stabilitätsfaktor in seinem Land.

Südafrika trauert um seinen #link;http://www.stern.de/reise/fernreisen/nelson-mandela-90333816t.html;Nationalhelden Nelson Mandela#: Am Freitag begannen die ersten Trauerfeierlichkeiten zu Ehren des 95-Jährigen, der am Vorabend nach langer Krankheit gestorben war. Die Gedenkveranstaltungen werden weit in die kommende Woche reichen und mit einem Staatsbegräbnis ihren Höhepunkt finden. Dazu werden Präsidenten und Regierungschefs aus aller Welt erwartet.

Der Leichnam Mandelas wurde am frühen Freitagmorgen von seinem Haus im Johannesburger Houghton in das Militärkrankenhaus von Pretoria gebracht. Im ganzen Land waren die Fahnen auf halbmast, alle Radio- und Fernsehstationen brachten fast nur Berichte über den verstorbenen Freiheitskämpfer und ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas. Viele Südafrikaner kamen am Freitag mit einem schwarzen Trauerflor zur Arbeit.

Der ehemalige Erzbischof von Kapstadt, Desmond Tutu, würdigte am Freitag bei einem Gedenkgottesdienst in der anglikanischen St. George Kathedrale in Kapstadt seinen ehemaligen Weggefährten im Kampf gegen das rassistische Apartheidsystem. "Das Land hat seinen Vater verloren", sagte Tutu.

Inbegriff von Gerechtigkeit und Frieden

Präsident Jacob Zuma, der am späten Donnerstagabend den Tod des 95-Jährigen verkündet hatte, verwies auf die Werte der nationalen Einheit, für die Mandela, der "Vater der Nation", gestanden habe. In einer von allen Sendern übertragenen Ansprache an die Nation pries er die Vision Mandelas von einem einigen, nicht-rassistischen, nicht-sexistischen, demokratischen und blühenden Südafrika. "Lasst uns zu seiner Vision stehen, die eine Gesellschaft war, in der niemand ausgebeutet und unterdrückt wird." Auch Oppositionsführerin Helen Zille forderte die Südafrikaner auf, die Visionen Mandelas von Freiheit und Einigkeit umzusetzen.

Die Führer der Freiheitsbewegung und heutigen Regierungspartei ANC nannten Mandela einen "Inbegriff von Demut, Gleichheit, Gerechtigkeit, Frieden und der Hoffnung von Millionen, hier und im Ausland". Der ANC rief die Südafrikaner auf, nicht zu verzweifeln. "Er lebt in jedem von Euch und in Euren Häusern weiter, weil er sein Leben an uns alle gegeben hat." Mandelas früherer Weggefährte, Ex-Präsident Frederik de Klerk, nannte die Zusammenarbeit mit ihm eine Ehre. Zahlreiche weitere Politiker, Parteien, Gewerkschaften und Organisationen würdigten in Südafrika den Friedensnobelpreisträger.

Vor dem Haus Mandelas im Johannesburger Vorort Houghton waren schon in der Nacht zum Freitag Hunderte Menschen zu einer spontanen Gedenkfeier zusammengekommen. Viele von ihnen tanzten und sangen, viele hatten Bilder Mandelas oder die südafrikanische Fahne dabei.

Wegen seines Kampfes gegen das rassistische Apartheidsystem hatte Mandela 27 Jahre lang in Haft gesessen. 1994 wurde er erster Präsident des demokratischen Südafrikas. Mandela ebnete den Weg zur Aussöhnung von Schwarzen und Weißen in seinem Heimatland.

ivi/DPA DPA

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