Verhindertes Attentat von Detroit Al Kaida bekennt sich zu Anschlag auf US-Flugzeug


Das Terrornetz al Kaida hat die Verantwortung für den vereitelten Anschlag von Detroit übernommen. Der regionale Zweig der Organisation "Al Kaida auf der arabischen Halbinsel" lobt in einem Bekennerschreiben, der "große Mythos des US-Geheimdienstes" sei zerschlagen - und kündigte weitere Anschläge an.

Zu dem vereitelten Anschlag auf ein US-Flugzeug hat sich das Terrornetzwerk al Kaida bekannt. Das berichteten am Montag die auf die Beobachtung islamistischer Websites spezialisierten US-Unternehmen Intelcenter und Site. Indem er mit Sprengstoff alle Sicherheitsschranken passiert habe, habe der Nigerianer Umar Faruk Abdulmutallab "den großen Mythos des US-Geheimdienstes" zerschlagen, heißt es laut Site in dem im Internet veröffentlichten Bekennerschreiben der Organisation "Al Kaida auf der arabischen Halbinsel". Zugleich kündigte sie weitere Anschläge auf westliche Ziele an.

"Unser Bruder, der Märtyrer Umar Faruk Abdulmutallab" habe eine "von den Mudschahedin in den Werkstätten von al Kaida auf der Arabischen Halbinsel entwickelte Sprengstofftechnik" benutzt, zitierte Site weiter aus dem Schreiben. Es habe an einem "technischen Fehler" gelegen, dass der Sprengsatz nicht explodiert sei. Der versuchte Anschlag sei die Antwort auf die "ungerechte amerikanische Aggression" mit "von Kriegsschiffen im besetzten Golf von Aden abgefeuerten Splitterbomben und Marschflugkörpern".

"Wir werden euch ohne jede Vorwarnung angreifen"

"Wir sagen dem amerikanischen Volk: Weil Ihr die Tötung unserer Frauen und Kinder unterstützt, werden wir euch ohne jede Vorwarnung angreifen", hieß es weiter. Die Gruppe rief dazu auf, unter anderem Mitarbeiter von Botschaften gezielt anzugreifen. Alle westlichen Bürger müssten von der arabischen Halbinsel vertrieben werden.

Laut Intelcenter wurde mit dem Schreiben auch ein Foto des Attentäters veröffentlicht. Das Unternehmern verwies darauf, dass al Kaida auf der arabischen Halbinsel erstmals außerhalb des Gebiets von Saudi-Arabien und dem Jemen zugeschlagen habe. Damit sei eine "bedeutsame Eskalation" in den Aktivitäten der Gruppe erreicht.

Heimliche Operationen gegen al Kaida im Jemen

Der 23-jährige Nigerianer hatte am Freitag im Landeanflug auf Detroit versucht, einen Airbus mit 290 Menschen an Bord mit dem hochexplosiven Sprengstoff Petn in die Luft zu sprengen. Den Sprengstoff hatte der Täter an seinem Körper getragen. Nach seiner Festnahme hatte Abdulmutallab gesagt, er sei in einem Trainingslager der al Kaida im Jemen ausgebildet worden. Dort habe er auch den Sprengstoff erhalten sowie genaue Anweisungen, wie und wann er ihn einsetzen solle.

US-Medien zufolge hat die Terrororganisation von Osama bin Laden mit dem Anschlag Vergeltung für Angriffe auf ihre Kämpfer im Jemen üben wollen. Das arabische Land ist nach dem vereitelten Terroranschlag vom ersten Weihnachtstag mehr und mehr ins internationale Rampenlicht gekommen.

Die "New York Times" berichtete am Montag, die USA hätten im Jemen bereits seit längerem eine neue Front im Anti-Terrorkampf eröffnet. In aller Stille hätten die USA eine verdeckte Operation gegen die dortige al Kaida begonnen. Unter anderem seien schon seit etwa einem Jahr einige der besten CIA-Agenten in dem arabischen Land, zum anderen hätten Spezialkommandos mit der Schulung jemenitischer Sicherheitskräfte begonnen. Zudem habe das Pentagon seine Militärhilfe massiv aufgestockt.

Obama will alle Hintermänner finden und bestrafen

Unterdessen kündigte US-Präsident Barack Obama eine umfassende Aufklärung des vereitelten Anschlages an. Seine Regierung werde nicht ruhen, bis alle an den Plänen Beteiligten zur Verantwortung gezogen seien, sagte Obama am Montag in seinem Urlaubsort auf Hawaii. Der Präsident wies auf seine Anordnungen hin, sowohl die bisherige Handhabung von Listen mit verdächtigen Personen wie auch die allgemeinem Sicherheitsvorkehrungen im Luftverkehr grundlegend zu überprüfen.

Obama unterstrich, dass seine Regierung "jedes Element unserer Macht" nutzen werden, um Terroristen "im Jemen, in Somalia oder wo auch immer" zu bekämpfen. Der Präsident lobte darüber hinaus den Mut von Passagieren und Crew an Bord der Delta-Maschine, durch deren Eingreifen eine Katastrophe an Bord verhindert wurde.

DPA/AP/AFP/Reuters AP DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker