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Verweigerte Überflugsrechte: Frankreich entschuldigt sich bei Boliviens Präsident Morales

Weil mehrere EU-Länder die Überflugsrechte entzogen, saß Morales stundenlang in Wien fest. Sie vermuteten, er habe den gesuchten Ex-Geheimdienstler Edward Snowden an Bord. Frankreich bedauert dies.

Frankreich bedauert die vorübergehende Sperrung des Luftraums für die Präsidentenmaschine von Boliviens Staatschef Evo Morales. Außenminister Laurent Fabius habe seinem bolivianischen Amtskollegen David Choquehuanca in einem Telefongespräch sein Bedauern über die Verzögerung bei der Ausstellung der Flugerlaubnis ausgedrückt, teilte das Ministerium am Mittwoch in Paris mit.

Zur Erklärung des Zwischenfalls hieß es, es habe Verwirrung über den Eigentümer der Maschine gegeben. Selbstverständlich habe nie die Absicht bestanden, der Präsidentenmaschine den Zugang zum französischen Luftraum zu verweigern. Morales sei stets willkommen in Frankreich.

Whistleblower an Bord?

Zuvor war es zu einem diplomatischen Eklat gekommen, weil Boliviens Staatschef auf seinem Flug von Moskau in die Heimat einen unfreiwilligen Zwischenstopp in Wien einlegen musste. Nach Angaben Boliviens hatten mehrere europäische Länder der Präsidentenmaschine die Überflugrechte verweigert. Offensichtlich hatte es Hinweise gegeben, der von den USA gesuchte Ex-Geheimdienstler Edward Snowden könne an Bord des Flugzeugs sein. Der Verdacht erhärtete sich nicht. Erst nach 13 Stunden Aufenthalt konnte Morales seinen Heimflug in Richtung La Paz fortsetzen. Inzwischen ist er in Bolivien angekommen.

sas/DPA / DPA