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Very British: Gordon Browns letzter Kampf

In New York wurde Gordon Brown jüngst zum "Staatsmann des Jahres" ernannt. In seiner Heimat hat der britische Premier aber jeden Respekt verloren. Nun zieht er in einen Wahlkampf, um New Labour wieder Leben einzuhauchen.

Von Cornelia Fuchs, London

Draußen am Pier grölen die Erstsemester, auf Tour durch die Kneipen der Innenstadt in Brighton. Keinen Blick haben sie für die politischen Plakate an der Strandpromenade. Drinnen im Konferenzsaal des Hotels Royal Albion beschwert sich Außenminister David Miliband über die schlechte Luft. Der Labour-Parteitag ist zäh angelaufen in diesem Jahr. Er wirkt ritualisiert, fast automatisiert.

Wie im Jahr 2008 kämpft der Premierminister und Parteivorsitzende Gordon Brown mit den schlechtesten Umfrage-Ergebnissen, die seine Partei jemals eingefahren hat. 23 Prozent - so wenig Menschen wollten Labour noch nie zuvor wählen. Der Premier sagt dazu: "Ich kämpfe weiter" und "Ich werde nicht einfach umfallen und aufgeben." Und fast bewundert man ihn schon wieder, diesen Mann, der seit mehr als zwei Jahren mit der stetig wachsenden Ablehnung seiner Landsleute lebt und einfach weitermacht, als dürfte er das alles nicht persönlich nehmen.

Gordon Brown ist gerade vom G20-Gipfel aus New York zurückgekommen. Dort ist er zum "Staatsmann des Jahres" ernannt worden. Zuhause in Großbritannien interessierte die Öffentlichkeit nur, kurios genug, ob Präsident Obama für Gordon Brown tatsächlich nur ein paar Minuten Zeit hatte für ein Treffen in der Küche der Vereinten Nationen. Es wäre ein weiteres Zeichen, wie unbeliebt der Premier ist, sogar beim Partner USA. Die Zeitungen suchen überall nach Zeichen für Browns Niedergang.

Die Gerüchteküche brodelt

Jüngst wurde der Premier sogar vom eigentlich eher fürs freundliche Nachfragen bekannten BBC-Journalisten Andrew Marr gefragt, ob er Pillen nehme, um den Stress zu überstehen. Es gebe da gewisse Gerüchte im Internet. Außerdem, so schob Marr eine Frage nach, gebe es Gerüchte, dass Brown blind werde. Der Premier hat nach einem Rugby-Unfall während seiner Studentenzeit die Sicht in seinem linken Auge verloren. Der Premier reagierte genervt auf dieses Pulen in seiner privaten Krankengeschichte und wehrte sich vehement gegen die Unterstellungen: Weder werde er blind, noch schlucke er zu viele Pillen.

Aber solche Fragen werden nur einem Premier gestellt, der empfindlich an Respekt verloren hat. Zuvor formulierte Polly Toynbee, eine Labour-freundliche Journalistin der Tageszeitung "The Guardian", sogar Browns Abtritts-Rede in ihrer Kolumne sorgfältig vor - zur freundlichen Verwendung während des Parteitags. Brown wird sie nun natürlich nicht halten. Er wird auch in diesem Jahr versuchen, die Partei hinter sich zu versammeln, und die Partei wird dies murrend tun. Finanzminister Alistair Darling konstatierte, vielen Delegierten "fehle inzwischen der Mut zum Leben". Es gibt keine Alternativen mehr.

Keine Zeit für Neulinge

David Miliband, der Außenminister, schien im vergangenen Jahr eine Alternative zum glücklosen Brown zu sein. Er hatte ein paar gute Interviews gegeben im Vorfeld des Parteitages vor zwölf Monaten, er hatte die richtigen Leute, die ihm ihre Unterstützung und genug politische Intelligenz zusicherten. Dann benahm er sich, wie er sich bisher immer auf Konferenzen benommen hatte: Er zog Grimassen beim Reden, machte ein paar Witze und ließ sich am Ende mit einer Banane in der Hand fotografieren. Die britische Presse reagierte unbarmherzig: Miliband sah in den Zeitungen und Abendnachrichten nicht besonders gut aus, eher wie ein Schülersprecher als ein zukünftiger Staatenlenker. Gordon Brown zementierte seine Autorität, in dem er verkündete, dass die Wirtschaftskrise keine Zeit sei, in der sich Neulinge ausprobieren sollten.

Glaube an Labour-Partei

Dieses Jahr ist auch David Miliband zum Parteitag zurückgekehrt. Diesmal will er nicht mehr Premierminister werden anstelle des Premierministers. Er ist hier in seiner Funktion als Außenminister und Optimist. David Miliband glaubt daran, dass die Labour-Partei, trotz fürchterlicher Umfragewerte, die Wahl wieder gewinnen kann, die spätesten im Mai nächsten Jahres ausgerufen werden muss.

In einem stickigen Konferenzraum mit Meeresblick erklärt Miliband 200 Zuschauern, wie das funktionieren soll, dieses Wunder. Ausgerechnet Europa, glaubt er, könnte im nicht besonders europafreundlichen Großbritannien ein entscheidendes Wahlkampfthema werden. Die Konservativen unter David Cameron, die mit 38 Prozent im Moment die Umfragen anführen, können mit Europa nichts anfangen. Cameron will ein Referendum über den Vertrag von Lissabon abhalten lassen, wenn dieser bis zu seiner Machtübernahme nicht in Kraft getreten ist. Seine Partei hat im Europa-Parlament die Fraktion der europäischen Konservativen und damit zum Beispiel die Zusammenarbeit mit den deutschen Christdemokraten aufgegeben. Stattdessen sitzen sie jetzt Seite an Seite mit Parteien, die offen antisemitisch auftreten und homophob.

"Wir müssen unsere Politik verteidigen", sagt Miliband. "Und die Konservativen angreifen." Damit überzeuge man Wähler. Was er nicht sagt: Wenn sie sich endlich den Konservativen zuwenden, würden Labour auch aufhören, sich selbst zu zerfleischen. Einen ersten Erfolg hat dieser Parteitag schon: Wie David Miliband, der einstige Herausforderer des Premiers, sind die Kritiker still geworden. Es scheint, als wollten sie Gordon Brown nach langen Kämpfen zu Ende führen lassen, was er mit Tony Blair 1997 begonnen hat: das Projekt New Labour. Gordon Brown wird der Mann sein, der seine Partei in die Wahl führt, die sie nach aller Voraussicht verlieren wird. Es ist wohl das, was er sich verdient hat.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(