Volksentscheid Slowenen stimmen für Beitritt zu EU und Nato


Nur jeder zehnte Slowene hat gegen den Beitritt zur EU gestimmt. Die Nato genießt jedoch weniger Sympathie: Ein Drittel der Wähler war gegen den Beitritt zum Militärbündnis.

Die Slowenen haben am Sonntag in einem Doppelreferendum den Beitritt zu EU und Nato beschlossen. Dem vorläufigen Endergebnis zufolge stimmten 89,6 Prozent für die EU-Mitgliedschaft und 66 Prozent für den Nato-Beitritt im kommenden Jahr. Die EU-Kommission in Brüssel begrüßte das klare Votum der Slowenen, Nato-Generalsekretär George Robertson hieß die ehemalige Republik in dem Militärbündnis willkommen. Bundeskanzler Gerhard Schröder gratulierte "Bürgerinnen und Bürgern sowie der Regierung Sloweniens zum positiven Ausgang".

Ministerpräsident Anton Rop zeigte sich sehr zufrieden übe den Ausgang der Abstimmung. Die beiden Ergebnisse zeigten, "das zehnjährige Anstrengungen ihre Früchte getragen haben und dass die slowenische Regierung auf dem richtigen weg ist".

Staatspräsident Janez Drnovsek sprach von ein guten Ergebnissen. "Die Zukunft wird weniger Unsicherheit bringen", fügte er hinzu. Die Ergebnisse des Referendums sind rechtsverbindlich.

Irak-Krieg gefährdete das Abstimmungsergebnis

Mit der Verschärfung der Irak-Krise sank vor den Referenden die Zustimmung zur Nato in dem kleinen Staat, der früher zu Jugoslawien gehörte. Denn das Militärbündnis wird nach Ansicht der Slowenen von den Amerikanern dominiert, deren Krieg gegen Irak wiederum von der überwiegenden Mehrheit der zwei Millionen Einwohner abgelehnt wird.

Alle größeren slowenischen Parteien befürworten EU-und Nato-Beitritt. Nur so könne das kleine Land Einfluss auf die internationale Politik nehmen, glauben sie. "Zu Hause in der EU, sicher in der Nato" lautetet der Slogan der Regierung.


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