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Volksinitiative: Schweizer wollen Wehrpflicht behalten

Das Votum ist eindeutig: Mehr als 70 Prozent der Schweizer sprechen sich in einer Volksinitiative gegen die Abschaffung der Wehrpflicht aus. Männer zwischen 18 und 32 müssen so auch künftig zur Armee.

Die Schweizer haben am Sonntag in einer Volksinitiative die Abschaffung der Wehrpflicht mit großer Mehrheit abgelehnt. Wie Nachwahlbefragungen des Meinungsforschungsinstituts GFS für den öffentlich-rechtlichen Fernsehsender RTS ergaben, stimmten 73 Prozent der Wähler gegen die Abschaffung und nur 27 Prozent dafür. Das Instrument der Volksinitiative gibt den Schweizer Bürgern das Recht, eine Verfassungsänderung zu erlangen.

Initiiert hatte die Volksinitiative die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee. Ihr gehören unter anderen Sozialisten, die Grünen sowie Friedensorganisationen und Feministinnen an. Von den großen Parteien unterstützten nur die Sozialdemokraten (SP) die Initiative. Dagegen waren die rechtsgerichteten Parteien, mehrheitlich sprachen sich auch beide Parlamentskammern sowie die Regierung dagegen aus.

Nach dem bisherigen und nun bestätigten System müssen alle Schweizer Männer im Alter zwischen 18 und 32 Jahren zur Armee. Nach einer Rekrutenschule, die 18 oder 21 Wochen dauert, werden sie über die Jahre hinweg immer wieder zu Übungen herangezogen, ihre Waffe behalten sie in der Zwischenzeit bei sich zu Hause - seit 1992 allerdings haben die Schweizer ein verfassungsmäßiges garantiertes Recht, Zivildienst leisten zu dürfen. Man muss also nicht mehr verweigern.

Die Gegner der allgemeinen Wehrpflicht in der Schweiz halten sie für ein Relikt. Ihre Befürworter sehen sie hingegen als Symbol der nationalen Identität und Garant der nationalen Sicherheit.

anb/AFP / AFP