Vorwahlen der Demokraten Obama siegt in Mississippi


Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama hat die Vorwahlen seiner Partei im US-Staat Mississippi für sich entschieden. Allerdings spielte in dem Südstaat die Hautfarbe eine herausragende Rolle: Nur jeder dritte Weiße wählte den schwarzen Senator, während über neunzig Prozent der Afroamerikaner für Obama stimmten.

Nach seinem Sieg im US-Staat Wyoming hat der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama drei Tage später auch die Vorwahl im Südstaat Mississippi gewonnen. Nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen kam der schwarze Senator auf 61 Prozent, seine Rivalin Hillary Clinton auf 37 Prozent. In Mississippi ging es um 40 Delegierte für den Nominierungsparteitag der Demokraten im Sommer.

Nach einer Zählung des US-Fernsehsenders CNN kam Obama auf 1608 Delegierte, die frühere First Lady auf 1478. Für die Nominierung sind 2025 Stimmen nötig.

Hautfarbe war wahlentscheidend

Für Obama, der bei den vorangegangenen Vorwahlen beinahe alle Schichten erreichen konnte, war vor allem der höhere Anteil afroamerikanischer Wähler ausschlaggebend. Über siebzig Prozent der eingetragenen Wähler waren Schwarze und diese wählten zu 93 Prozent den ebenfalls schwarzen Senator aus Illinois. Nur jeder dritte weiße Wähler hingegen entschied sich für Obama.

Als Erklärung dient zum einen, dass Mississippi ein besonders republikanischer Staat ist - in den vergangenen 32 Jahren wurde hier stets für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten gestimmt. Zum anderen rechneten die CNN-Experten schon im Vorfeld mit einem sogenannten "Katrina-Effekt". Gemeint ist die große Enttäuschung vieler Afroamerikaner von den schleppenden Rettungsmaßnahmen aus Washington, nachdem der Hurrikan "Katrina" den überwiegend schwarzen Süden rund um New Orleans verwüstet hatte.

Obama weist Vize-Kandidatur zurück

In einem Interview mit CNN sagte der Senator auf die Frage, ob er sich Clinton als seine Vizepräsidentin vorstellen könne, dass eine solche Entscheidung verfrüht sei. Erst wenn er die Nominierung gewonnen habe, werde er seine Wahl treffen. Die Senatorin aus New York sei aber eine "fähige Person, die jeder auf der Liste hätte".

Zuvor hatte Ex-Präsident Bill Clinton vorgeschlagen, dass seine Frau gemeinsam mit Obama als Vizepräsidentschaftskandidat ins Rennen um das Weiße Haus einsteigt. Das wies der 46 Jahre alte Senator aber umgehend zurück. Er verstehe nicht, wie jemand mit weniger Delegiertenstimmen ihm die Vizepräsidentschaft anbieten könne.

Wahlwiederholungen in Florida und Michigan möglich

In der Debatte um die Wiederholung der Abstimmungen in Michigan und Florida sprach sich Obama für Neuwahlen in den beiden Staaten aus. Es müsse sichergestellt werden, dass die mehr als 300 Delegierten auf dem Nominierungsparteitag abstimmen können, sagte der Senator aus Illinois in dem CNN-Interview. Er werde in dieser Frage allem folgen, was die Parteiführung entscheide. Nachgezogene Vorwahlen in den beiden Staaten könnten angesichts des gegenwärtigen Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen Obama und Clinton entscheidend sein.

Florida und Michigan hatten ihre Abstimmungen gegen den Willen der Partei auf Januar vorgezogen. Als Strafe hatte der Parteivorstand entschieden, die Delegierten auf dem Nominierungskongress Ende August in Denver nicht mitstimmen zu lassen. Clinton und Obama hatten in Absprache auf Wahlkampfauftritte in den Staaten verzichtet, und der Name des schwarzen Senators tauchte in Michigan nicht auf den Wahlzetteln auf. Dennoch gingen viele Wähler zu den Urnen und bescherten Clinton in beiden Staaten einen Sieg.

Die Vorwahl in Mississippi war die vorerst letzte Abstimmung vor einer sechswöchigen Pause. Erst am 22. April steht die nächste Vorwahl im bevölkerungsreichen Bundesstaat Pennsylvania an.

Sebastian Huld mit DPA/AP/CNN AP

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