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Vukovar-Massaker Serbiens Präsident entschuldigt sich


19 Jahre nach dem Massaker von Vukovar herrscht zwischen Serben und Kroaten noch immer viel böses Blut. Mit einer Kranzniederlegung an einem Massengrab hat sich Serbiens Präsident Boris Tadic am Donnerstag symbolisch für die Taten seiner Landsleute entschuldigt. Doch nicht alle Kroaten sind mit dem Besuch einverstanden.

Der serbische Präsident Boris Tadic hat am Donnerstag an einem Massengrab von im Jugoslawien-Krieg ermordeten Kroaten einen Kranz niedergelegt. Er "verneige sich vor den Opfern", sagte Tadic an dem Ort des Massakers in der Nähe der Stadt Vukovar. Er wolle sein Bedauern ausdrücken und entschuldige sich für die von Serben verübten Gräueltaten. Der Besuch wird als symbolischer Schritt zur Versöhnung zwischen Kroatien und Serbien gewertet. In der ehemaligen Schweinefarm Ovcara waren 1991 über 200 Kroaten hingerichtet worden, nachdem serbische Soldaten sie aus dem örtlichen Krankenhaus getrieben hatten.

Serbischer Präsident besucht erstmals kroatisches Massengrab

Tadic, der bei dem Besuch von seinem kroatischen Amtskollegen Ivo Josipovic begleitet wurde, sagte, er wolle es Serben und Kroaten ermöglichen, "eine neue Seite der Geschichte aufzuschlagen". Obwohl sich die zwischenstaatlichen Beziehungen bereits wesentlich verbessert haben, sehen sich beide Länder noch immer als Opfer des Balkankriegs. So haben sie sich gegenseitig vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag wegen Völkermordes verklagt.

In Kroatien gab es auch Widerstand gegen den Besuch Tadics. So wurde die Forderung laut, Tadic müsse zunächst die Kriegsschuld der Serben anerkennen. Anhänger der kleinen Partei des Rechts protestierten in Vukovar gegen den Besuch des serbischen Präsidenten und zeigten Transparente mit der Aufschrift "Sie sind nicht willkommen".

Auch für 18 von Kroaten ermordete Serben wollten Tadic und Josipovic einen Kranz niederlegt. Josipovic nannte die kroatischen Kriegsverbrechen eine "Schande, die sich nicht abwaschen lässt".

Darko Bandic und Snjezana Vukic, APN APN

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