HOME

Kompromiss im Grenzstreit: Kosovo-Serben wollen Nato-Plan zustimmen

Bewegung im Grenzkonflikt zwischen Serbien und dem Kosovo: Die im Nordkosovo lebenden Serben haben angekündigt, einem von der Nato vermittelten Abkommen zur Beilegung des Konflikts zuzustimmen.

Die serbische Minderheit im Kosovo will dem Kompromiss zur Beilegung des Grenzkonflikts offenbar zustimmen. Die Kosovo-Serben würden "die nötigen Schritte einleiten, um ihre Verpflichtungen zu erfüllen", sagte einer ihrer Anführer, Radenko Nedeljkovic, nach einem Treffen mit dem serbischen Präsidenten Boris Tadic. Das berichtete die Nachrichtenagentur Beta.

Endgültig wollen die serbischen Bürgermeister von vier Gemeinden im Norden des Kosovo bei einem Treffen am Dienstag entscheiden. Derzeit halten sie ihre Blockaden auf den Straßen nach Serbien aufrecht, allerdings sind serbischen Medien zufolge dort inzwischen weniger Aktivisten präsent als in den vergangenen Tagen.

Wegen Zollfragen und gegenseitiger Handelsblockaden war in den vergangenen Wochen ein Grenzstreit zwischen Belgrad und Pristina entbrannt. Ein Mensch wurde bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen getötet. Angesichts der Eskalation übernahm die Nato-Truppe Kfor schließlich die Kontrolle über die Grenzübergänge Jarinje und Brnjak.

Kfor-Truppen sollen auch "wilde" Übergänge kontrollieren

Das nun mit der Nato getroffene Abkommen sieht vor, dass die umstrittenen Grenzposten zunächst bis Mitte September als militärische Sicherheitszonen ausgewiesen und mit Kfor-Soldaten besetzt werden. Sie sollen von Pkw und Bussen passiert werden können, aber für Waren geschlossen bleiben. Ausgenommen sind bestimmte humanitäre Güter. Vereinbart wurde auch, dass zahlreiche "wilde" Übergänge an der grünen Grenze kontrolliert werden sollen.

Die Regierungen in Belgrad und Pristina verzichteten um des Kompromisses willen auf fundamentale Forderungen. Die Serben nehmen den von der Kosovo-Regierung verhängten Importstopp serbischer Waren hin. Pristina verzichtet auf eigene Zöllner und Grenzpolizisten an den beiden umstrittenen Grenzübergängen.

Das Kosovo hatte im Februar 2008 seine Unabhängigkeit erklärt. Die Regierung in Belgrad lehnt die einseitige Unabhängigkeitserklärung ab und sieht in der Region noch immer serbisches Territorium. Mit dem jüngsten Abkommen wollen alle Beteiligten Zeit gewinnen für neue Verhandlungen. Die seit März 2010 unter EU-Vermittlung laufenden Gespräche zwischen beiden Staaten waren unterbrochen worden.

kng/DPA/AFP / DPA