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"Politico"-Bericht: Warum Trump das Oval Office offenbar zunehmend meidet

Einem Bericht zufolge nutzt Donald Trump immer weniger das Oval Office, das offizielle Büro des US-Präsidenten. Vielmehr verlege Trump zahlreiche Treffen in seine privaten Wohnräume – offenbar aus gutem Grund.

US-Präsident Donald Trump nutzt das Oval Office nach wie vor

US-Präsident Donald Trump nutzt das Oval Office nach wie vor, aber einem Bericht zufolge deutlich weniger als zu Beginn seiner Amtszeit

AFP

Donald Trump nutzt mit zunehmender Dauer seiner Präsidentschaft offenbar immer weniger das Oval Office für seine Amtsgeschäfte. Das berichtet das US-Magazin "Politico" unter Berufung auf Mitarbeiter aus dem Umfeld von Trump. Demnach verlege der Präsident zunehmend wichtige Termine mit Beratern, Anwälten und Mitarbeitern in seine Privaträume im Weißen Haus. Außerdem erledige er von dort auch wichtige Anrufe, wie das berüchtigte Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten am 25. Juli. Dies hatte zu einer internen Beschwerde geführt und damit die aktuellen Ermittlungen und Anhörungen zu einem möglichen Amtsenthebungsverfahren ins Rollen gebracht.

Laut "Politico" ziehe sich Trump deshalb vermehrt aus dem Oval Office, dem Büro des US-Präsidenten, zurück, weil er der traditionellen Infrastruktur des Weißen Hauses sowie vielen seiner Mitarbeiter misstraue. Mehrere Angestellten im Weißen Haus hatten in den vergangenen Tage im Zuge der Impeachment-Ermittlungen öffentlich ausgesagt. Auch deshalb fürchte Trump überall um sich herum potenzielle "Whistleblower", also Informanten, die auch mit den von ihm verhassten Medien sprechen könnten.

Trump soll früher öfter das Oval Office genutzt haben

Ganz zu Unrecht fürchtet Trump dies offenbar nicht, wie der "Politico"-Bericht selbst zeigt, der sich auf mehrere (ehemalige) Angestellte Trumps beruft. "Das Oval (Office) ist geschichtsträchtig und vermittelt ein Gefühl von Macht, aber seine Wohnräume vermitteln ein Gefühl von Exklusivität", wird ein ehemaliger ranghoher Mitarbeiter anonym zitiert. "Er arbeitet mehr in den Wohnräumen, weil ihn dort keine anklopfenden Mitarbeiter einschränken."

Richterin Ketanji Brown Jackson sagt in einer Entscheidung: "Präsidenten sind keine Könige".

Unter Berufung auf "Menschen, die dem Präsidenten nahe stehen", berichtet "Politico", dass Trump das Oval Office zu Beginn seiner Präsidentschaft noch deutlich häufiger genutzt hätte. Damals sei er besonders stolz darauf gewesen, sich an dem mächtigen Schreibtisch zu zeigen. Diesen nutze er daher auch noch immer sehr gerne bei Fototerminen und wenn Gäste im Weißen Haus seien. Mit der Zeit habe er viele seiner Termine jedoch in seine Privaträume im zweiten Stock des Hauptgebäudes zwischen dem Ost- und dem Westflügel verlegt.

Demnach präferiere Trump es auch, Kandidaten für wichtige Jobs in seiner Wohnung zu Bewerbungsgesprächen zu laden. Damit wolle er verhindern, dass Angestellte und Journalisten im Weißen Haus einen Überblick hätten, wen er dafür einlädt. So habe zum Beispiel der aktuelle Chief of Staff, Mick Mulvaney, eben diesen Job bei einem Freitagabendgespräch in Trumps Privaträumen ergattert.

Quelle: "Politico"

fin
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