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Weltklimakonferenz: USA bremsen Klimaschutzabkommen aus

Unter Hochdruck versuchen zurzeit die Delegierten des Klimagipfels, ein Scheitern des Treffens zu verhindern. Indonesien hat jetzt einen Kompromissvorschlag vorgelegt.

Am letzten Tag des Weltklimagipfels auf Bali zeichnen sich wenige Stunden vor dem Ende zumindest erste Ergebnisse ab. Die Minister einigten sich im Prinzip darauf, den Schutz der Tropenwälder im nächsten Klimaschutzvertrag zu berücksichtigen, berichteten Teilnehmer. In der Kernfrage, ob im Abschlussdokument ein Ziel zur Treibhausgasminderung für Industrieländer genannt wird, zeichnete sich jedoch noch keine Einigung ab.

Streit zwischen EU und USA

Zuletzt war auf der Konferenz zwischen der Europäischen Union und den USA ein offener Streit um feste Zusagen im Kampf gegen die Erderwärmung entbrannt. Die EU forderte die USA auf, sich gemeinsam mit Schwellen- und Entwicklungsländern ein konkretes Ziel zur Senkung der klimaschädlichen Treibhausgase zu setzen. Im Gespräch waren bis 2020 eine Reduzierung der Emissionen zwischen 25 und 40 Prozent unter das Niveau von 1990. Diese Zusage sollte die Basis für die Vertragsverhandlungen bilden, für die die UN-Klimakonferenz den Startschuss geben soll. Die USA lehnten die Zielvorgabe ab. Auch die Industrienationen Japan, Kanada und Australien wehrten sich gegen die Nennung eines festen Rahmens. Dies greife den Verhandlungen über das Nachfolgeabkommen für den 2012 auslaufenden Kyoto-Pakt vor, erklärten sie.

Indonesien macht Kompromissvorschlag

Im Streit um klare Zielvorgaben hat jetzt Gastgeber Indonesien den Delegierten einen Kompromissvorschlag unterbreitet, der auf strenge Zielvorgaben für Industriestaaten zur deutlichen Reduzierung der Treibhausgase bis 2020 verzichtet. Beibehalten werden soll die Zielmarke, wonach die weltweiten Emissionen in den nächsten zehn bis 15 Jahren ihren Höhepunkt erreichen und dann bis 2050 klar unter die Hälfte des vor sieben Jahren erreichten Niveaus fallen sollen. Ob die Teilnehmerstaaten den Vorschlag, annehmen würden, war zunächst nicht klar.

DPA/Reuters / DPA / Reuters