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Weltsicherheitsrat: Israel verteidigt Tötung Jassins

Israel hat in einer Sitzung des Weltsicherheitsrats die Tötung des Hamas-Führers verteidigt. Die Palästinenser sprachen dagegen von einem Kriegsverbrechen.

Israel hat in einer Sitzung des Weltsicherheitsrats die Tötung des Hamas-Führers verteidigt. Botschafter Dan Gillerman nannte Scheich Jassin am Dienstagabend einen "Paten des Terrorismus". Die Palästinenser sprachen dagegen von einem Kriegsverbrechen. Der palästinensische Botschafter Nasser el Kidwa kündigte an, die Verbündeten seines Volkes würden für Mittwoch ein Votum über eine Resolution ansetzen, in dem die Tötung verurteilt werde. Es galt als sehr wahrscheinlich, dass die USA einen solchen Resolutionsentwurf mit ihrem Veto blockieren werden.

Algerien, das einzige arabische Mitglied des Sicherheitsrats, hatte zuvor einen Textentwurf zurückgezogen, mit dem der Angriff missbilligt werden sollte, nachdem die USA darauf bestanden, dass die Erklärung eine Verurteilung der Terroranschläge der Hamas beinhalten müsse. Der algerische UN-Botschafter Abdullah Baali hatte erklärt, eine Entscheidung, ob der Entwurf eingebracht werde, solle am Mittwoch fallen.

Israelische Armee startet Offensiven in Gaza

Die israelische Armee hat zwei Offensiven im Gazastreifen und an der Grenze zu Libanon gestartet, um palästinensische Vergeltungsaktionen für die Tötung von Hamas-Gründer Scheich Ahmed Jassin zu verhindern. In der Nacht zum Mittwoch rollten nach Augenzeugenberichten rund 25 Panzer in ein Flüchtlingslager nahe der Ortschaft Chan Junis im Süden des Gazastreifens ein. Nach Armeeangaben wurden zwei bewaffnete Palästinenser bei dem Versuch erschossen, in die jüdische Siedlung Morag im Gazastreifen einzudringen.

Die Männer seien mit Tarnanzügen bekleidet und mit Sturmgewehren bewaffnet gewesen, hieß es weiter. Sie hätten eine Tasche bei sich, in der eine Bombe vermutet wurde.

Aus israelischen Militärkreisen verlautete weiter, bei dem Panzervorstoß handele sich um eine begrenzte Operation mit dem Ziel, ein Gebiet zu sichern, von dem aus militante Palästinenser immer wieder israelische Truppen und Siedlungen beschossen hätten. Anwohner berichteten, die Panzer würden von Kampfhubschraubern unterstützt. Planierraupen hätten mehrere Gebäude zerstört. Nach einigen Stunden zogen die Israelis wieder ab.

Raketen auf Israel

Israelische Kampfhubschrauber eröffneten am Abend das Feuer auf palästinensische Extremisten in Südlibanon. Zwei Menschen kamen ums Leben, ein weiterer wurde verletzt, wie aus libanesischen Sicherheitskreisen verlautete. Die Palästinenser in Wadi Sluki, rund zehn Kilometer nördlich der Grenze, hätten zuvor Raketen auf Israel abgeschossen. Die israelischen Streitkräfte erklärten, die Luftwaffe habe eine Gruppe von Rebellen getroffen, die Raketenwerfer aufgebaut hätten.

Ebenfalls am Dienstagabend schossen laut Augenzeugen israelische Soldaten vor der Küste des Gazastreifens von Kanonenbooten aus mit Maschinengewehren auf palästinensische Fischerboote und Einrichtungen an Land. Es sei niemand verletzt worden, hieß es. Nach israelischen Militärangaben wurde ein verdächtiges Objekt beschossen.