VG-Wort Pixel

Whistleblower Snowden erregte schon 2009 Verdacht

Schon bevor Edward Snowden Informationen über den US-Geheimdienst NSA abgriff, erregte seine Arbeitsweise bei seinem ersten Arbeitgeber Aufsehen - der CIA.

In seiner Zeit bei der CIA hat der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter und Whistleblower Edward Snowden einem Zeitungsbericht zufolge bereits 2009 das Misstrauen seines damaligen Vorgesetzten erregt. Der Abteilungsleiter habe einen entsprechenden Bericht über Snowden verfasst, der damals für die CIA in Genf gearbeitet hatte und vor einem Wechsel zur NSA stand, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf zwei hochrangige US-Vertreter. Der Bericht sei aber offenbar nicht an den Geheimdienst NSA weitergeleitet worden.

Laut der Zeitung berichtete der Vorgesetzte Snowdens, dessen Verhalten und Arbeitsgewohnheiten hätten sich deutlich verändert. Er vermutete demnach auch, dass Snowden versuchte, sich Zugang zu als geheim eingestuften Computerdateien zu verschaffen.

Nachdem Snowden sich zunächst nach Hongkong abgesetzt hatte, begann er im Juni damit, den Zeitungen "Washington Post" und "Guardian" Informationen über umfangreiche Überwachungsprogramme zuzuspielen, mit denen die NSA und andere Geheimdienste massenhaft Telefonate und E-Mails überwachen. Wegen der Enthüllungen wird der 30-Jährige von den USA per Haftbefehl gesucht.

Snowden von Geheimdienstaussteigern preisgekrönt

Von Hongkong war Snowden nach Moskau geflogen. Zu dieser Zeit wurde sein Reisepass von den zuständigen US-Behörden schon für ungültig erklärt. Dort saß er wochenlang im Transitbereich eines Flughafens fest, bevor ihm Russlands Regierung im August für ein Jahr Asyl gewährte.

In der russischen Hauptstadt erhielt Snowden von einer Gruppe früherer CIA-Mitarbeiter einen Preis, mit dem seine "Integrität im Geheimdienst" gewürdigt wurde. Das Government Accountability Project erklärte, der Sam-Adams-Preis sei Snowden bei einer Zeremonie am Mittwoch verliehen worden. Zum Ort der Veranstaltung wurden keine Angaben gemacht. Ein Mitglied der Gruppe, Jesselyn Radack, erklärte aber, Snowen sehe "toll" aus. "Er liebt Amerika und will, dass es zu seinen demokratischen Idealen zurückkehrt, die in völligem Widerspruch zu einer geschlossenen und geheimen Gesellschaft stehen (...)."

Seit Donnerstag ist Snowdens Vater Lon Snowden in Moskau, um erstmals seit der Flucht des Geheimdienstenthüllers seinen Sohn zu treffen. Auch er erklärte jedoch zunächst, er wisse nicht, wo sich sein Sohn befinde.

ono/AFP AFP

Mehr zum Thema



Newsticker