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Ex-Mitarbeiterin: Wie Omarosa Donald Trump und das Weiße Haus abgehört hat

Ihr Enthüllungsbuch hat US-Präsident Donald Trump verärgert, wegen der heimlich aufgenommenen Gespräche sind auch die Ex-Kollegen im Weißen Haus sauer auf Omarosa. Jetzt erzählt einer von ihnen, wie sie die Unterhaltungen mitgeschnitten hat.

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Es dürfte im Weißen Haus den einen oder anderen Mitarbeiter geben, der nervös beobachtet, ob da noch etwas von Omarosa kommt. Donald Trump hatte seine damalige Kommunikationschefin Ende vergangenes Jahr entlassen, und sie schrieb daraufhin ein nicht sehr freundliches Buch über diese Zeit. Besondere Aufmerksamkeit hatte ihr Werk bekommen, weil sie nach eigenen Angaben sämtliche Unterhaltungen mitgeschnitten hatte. "Im Weißen Haus lügen alle ständig, da musste ich mich schützen", sagte sie zur Rechtfertigung. Das US-Nachrichtenportal "Axios" berichtet nun, wie die 44-Jährige ihre Aufnahmen machen konnte, auf denen auch "sämtliche Gespräche" zwischen ihr und Donald Trump dokumentiert seien.

Omarosa ließ einfach ihr Telefon mitlaufen

An sich war ihre Informationsbeschaffung banal: Der frühere Reality-TV-Star hatte die Unterhaltungen mit einem privaten Telefon aufgenommen, das sie stets neben ihrem Dienstgerät dabeigehabt habe, so "Axios", das sich auf einen Augenzeugen beruft. Eigentlich sollten im Weißen Haus strengere Sicherheitsmaßnahmen gelten, und sie sei bei weitem nicht die einzige Mitarbeiterin gewesen, die ein Tonband habe mitlaufen lassen, so die ungenannte Quelle, die mutmaßlich ebenfalls im Weißen Haus gearbeitet hat oder es noch immer tut. "Sie wollte mir nie eine E-Mail oder eine SMS schicken, sondern hat immer darauf bestanden, den Facebook-Messenger zu benutzen", zitiert "Axios" den Augenzeugen.

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Konkret soll sie Telefonate immer auf laut gestellt haben, um die Gespräche aufzuzeichnen. Bevor sie in Konferenzen gegangen ist, habe sie bereits ihr Telefon auf Aufnahme gestellt. Meist habe sie es in einer kleinen Handtasche mit in die Besprechung getragen. Weil bis Ende 2017 zahllose interne Informationen aus dem Weißen Haus an die Öffentlichkeit durchgestochen wurden, hat Stabschef John Kelly die Nutzung sämtlicher persönlichen Geräte in der Kernarbeitszeit verboten.

Schlammschlacht mit früherer Kollegin

Mit seiner früheren Kollegin, die eigentlich Omarosa Manigault Newman heißt, liefert sich Trump seit ihrer Buchveröffentlichung eine Schlammschlacht. Er nannte sie unter anderem "Abschaum" und verweist auf eine mutmaßlich von Manigault Newman unterzeichnete Geheimhaltungsvereinbarung. Damit räumte er erstmals ein, dass Regierungsmitglieder zur Unterzeichnung derartiger potenziell illegaler Vereinbarungen aufgefordert wurden. US-Medien zufolge will Trumps Team Omarosa wegen des Bruchs der Geheimhaltungsvereinbarung verklagen.

US-Journalist: Unter einer Decke mit Trump? Was wirklich hinter Omarosas Enthüllungen stecken könnte
nik/fin