Wikileaks Pentagon fordert Afghanistanpapiere zurück


Das US-Verteidigungsministerium hat die Verantwortlichen der Internetplattform Wikileaks am Donnerstag aufgefordert, die Ende Juli veröffentlichten Geheimdokumente der US-Streitkräfte zum Konflikt in Afghanistan "umgehend zurückzugeben".

Das US-Verteidigungsministerium hat die Verantwortlichen der Internetplattform Wikileaks am Donnerstag aufgefordert, die Ende Juli veröffentlichten Geheimdokumente der US-Streitkräfte zum Konflikt in Afghanistan "umgehend zurückzugeben". Die Papiere müssten außerdem von der Internetseite entfernt werden, forderte Pentagon-Sprecher Geoff Morrell in Washington. Wikileaks hatte Ende Juli rund 90.000 Dokumente der US-Streitkräfte in Afghanistan veröffentlicht und damit nach Auffassung der Militärs vor allem afghanische Informanten, aber auch die US-Soldaten vor Ort in Gefahr gebracht.

"Das Verteidigungsministerium verlangt, dass Wikileaks die Dokumente, die direkt oder indirekt aus den Datenbanken des Ministeriums gezogen wurden, umgehend der Regierung zurückgibt", sagte Morrell. Außerdem müsse die Website diese Dokumente "auf seinen Seiten, seinen Computern und seinen Archiven löschen". Die Veröffentlichung habe bereits "unsere Soldaten, unsere Alliierten und die afghanischen Bürger, die mit uns arbeiten, in Gefahr gebracht". Die Veröffentlichung weiterer Dokumente könne die Lage nur verschärfen, sagte der Sprecher. Wikileaks hatte angekündigt, es werde 15.000 weitere Dokumente ins Internet stellen.

Wikileaks versteht sich als Spezialist für Enthüllungsgeschichten, die dem Leser im Fall der Afghanistan-Dokumente ein wahres Bild von der Lage in dem Konflikt vermitteln sollen. Die NATO-Truppe in Afghanistan (ISAF) hatte die Weitergabe der Dokumente als "unverantwortlich" sowie als "Straftat" kritisiert, die sowohl die internationalen Soldaten als auch die afghanischen Sicherheitskräfte "zusätzlicher Gefährdung" aussetze. Außerdem seien womöglich Persönlichkeitsrechte von afghanischen Bürgern berührt, die etwa als Übersetzer für die ISAF arbeiteten und namentlich in den Dokumenten auftauchen.

AFP AFP

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