Zeitungsbericht Rumsfeld hört nicht auf Warnungen seiner Berater


Das Magazin "New Yorker" berichtet, dass Rumsfeld wiederholt seine Ohren auf Durchzug gestellt haben soll. Entgegen dem Rat seiner Spezialisten, soll er zu wenig Bodenstreitkräfte eingeplant haben.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat einem US-Medienbericht zufolge mehrmals den Rat seiner Strategen ignoriert, mehr Soldaten und mehr Waffen für den Irak-Krieg zur Verfügung zu stellen.

Im Vorfeld des Krieges habe Rumsfeld mindestens sechs Mal erfolgreich darauf bestanden, die ursprünglich vorgeschlagene Truppenstärke zu reduzieren, berichtete das "New Yorker Magazine" am Samstag unter Berufung auf nicht näher genannte Kreise im US-Verteidigungsministerium. "Er dachte, er wisse es besser. Er war jedes Mal der Entscheidungsträger. Dies ist der Schlamassel in den sich Rummy selbst gebracht hat, weil er keine starke Bodenpräsenz haben wollte", wurden die Kreise zitiert. Jetzt sei der Vormarsch zum Stillstand gekommen.

Vorrat an Marschflugkörpern und Bomben geht zu Ende

Rumsfeld habe auch den Rat des Oberkommandierenden, General Tommy Franks, ignoriert, hieß es in dem Bericht weiter. Franks habe vorgeschlagen, die Invasion Iraks so lange zu verschieben, bis die Truppen, die ursprünglich von der Türkei aus operieren sollten, über andere Wege ins Kampfgebiet gelangt seien. Außerdem habe Rumsfeld den Widerstand der Iraker unterschätzt. Zudem gingen den US-Streitkräften in der Kriegsregion die Vorräte an Marschflugkörpern vom Typ "Tomahawk" und an Präzisionsbomben aus.

Rumsfeld will den Bericht nicht kommentieren

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums lehnte einen Kommentar zu dem Bericht ab. Rumsfeld hat wiederholt erklärt, die Invasion mache seit ihrem Beginn vor zehn Tagen gute Fortschritte. Trotz unerwarteter Guerilla-Taktik des Feindes stehe man 80 Kilometer vor der Hauptstadt Bagdad.

Rund 125.000 US-amerikanische und britische Soldaten halten sich derzeit in Irak auf. Am Donnerstag kündigten die USA an, bis Ende April die Zahl der Soldaten um weitere 100.000 zu erhöhen.


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