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Zypern: Christofias will Aussöhnung mit den Türken

Dimitris Christofias ist am Wochenende mit einer Mehrheit von über 50 Prozent zum neuen Präsidenten der griechischen Zyprer gewählt worden. Bei seiner Antrittsrede sprach er vom Ziel, die geteilte Insel zu einigen - und von der Aussöhnung mit den türkischen Zyprern.

Der neu gewählte Präsident der griechischen Zyprer hat sich die Aussöhnung mit der türkisch-zyprischen Volksgruppe zum Ziel gesetzt. Der Reformkommunist Dimitris Christofias betonte nach seinem Sieg in der Stichwahl vor tausenden Anhängern der Linken in der Sporthalle von Nikosia: "Es gibt jetzt eine Ideologie: Die Insel wiederzuvereinigen".

Wie Christofias, der am Wochenende mit 53,36 Prozent gewählt wurde, mitteilte, habe der Führer der türkisch-zyprischen Volksgruppe Mehmet Ali Talat ihn telefonisch erreicht und zu seinem Wahlsieg gratuliert. "Ich reiche den türkischen Zyprern meine Hand. Lasst uns für eine Heimat des Friedens und der Kooperation arbeiten. Griechen und Türken Zyperns - wir alle - haben eine Zukunft. Ein Vaterland für alle Kinder unserer Insel", sagte Christofias. Christofias und Talat vereinbarten, sich sobald wie möglich zu treffen, berichtet die zyprische Nachrichtenagentur CNA berichtete. Ein genaues Datum wurde nicht genannt.

Kassoulidis gratulierte dem Wahlsieger

Der 61-jährige Generalsekretär der Kommunistischen Partei (AKEL) hatte sich gegen den konservativen ehemaligen Außenminister Ioannis Kassoulidis (59) durchgesetzt, der nach Angaben des staatlichen zyprischen Rundfunks (RIK) 46,64 Prozent erreichte. Auf den Straßen von Nikosia und der anderen Städte im Südteil der Insel feierten Anhänger des Christofias mit Hupkonzerten und Autokorsos den Sieg ihres Kandidaten.

Kassoulidis gestand seine Niederlage ein und gratulierte dem Wahlsieger. "Ich werde ihm bei den Bemühungen zur Überwindung der Teilung helfen", sagte er im Fernsehen. Christofias rief alle auf, Ruhe zu bewahren. "Der Sieg gehört nicht nur uns (Reformkommunisten), sondern auch den Sozialisten und der Demokratischen Partei, die mich unterstützt haben", sagte er. Christofias ist Nachfolger des als Hardliner geltenden amtierenden Präsidenten Tassos Papadopoulos. Papadopoulos war bei der ersten Runde der Präsidialwahlen vor einer Woche nur auf Platz drei gelandet und schied aus. Während seiner Amtszeit stagnierten die Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns.

Zypern ist seit 1974 geteilt. Im Norden gibt es die abtrünnige, von türkischen Truppen besetzte und nur von Ankara anerkannte "Türkische Republik Nordzypern". Im Süden liegt die international anerkannte, überwiegend von griechischen Zyprern bewohnte Republik Zypern, die seit 2004 auch EU-Mitglied ist. Der Staatspräsident auf Zypern wird für eine fünfjährige Amtszeit gewählt. Er ernennt die Regierung und führt sie. Die Vereidigung und der Amtsantritt des neuen Präsidenten ist für den 29. Februar vorgesehen.

DPA / DPA