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Austin, Texas Bürgermeister bittet Menschen, zu Hause zu bleiben – aber fliegt selbst in den Urlaub

Austins Bürgermeister Steve Adler
Austins Bürgermeister Steve Adler
© Michael Mullenix / Picture Alliance
Der Bürgermeister von Austin im US-Bundesstaat Texas bat seine Bürger, wegen der Corona-Pandemie zu Hause zu bleiben. Für sich selbst galt sein Appell offenbar nicht. Er machte Urlaub in einem Luxusresort in Mexiko. Dafür entschuldigte er sich nun.

Als Anfang November die Zahlen der Corona-Neuinfektionen in Austin im US-Bundesstaat Texas steigen, wendet sich Bürgermeister Steve Adler an die Einwohner der Stadt. Er lächelt, blickt freundlich in die Kamera seines Computers und nennt fast stoisch die Zahlen und Fakten.

Dann wird er für einen Moment ernst: Er fordert die Menschen auf, zu Hause zu bleiben, keine Kontakte zu pflegen und wenn möglich, nicht zu verreisen. "Wir müssen versuchen, diese Zahlen niedrig zu halten", sagt er. "Dies ist nicht die Zeit zum Entspannen. Wir werden sehr genau hinschauen – und möglicherweise einiges schließen, wenn wir nicht vorsichtig sind."

Was Adler allerdings verschweigt: Er saß bei der Aufnahme des Videos in einem Luxusresort im mexikanischen Cabo San Lucas. Dort war er Tage zuvor mit seinem Privatjet hingeflogen, wie die "Washington Post" aus der nur in den USA verfügbaren Lokalzeitung "Austin American-Statesman" zitiert. Demnach reiste der demokratische Politiker nach der Hochzeit seiner Tochter mit seiner Familie nach Mexiko

Austin: Bürgermeister Steve Adler entschuldigt sich

Adler verstieß zwar nicht gegen die zur dieser Zeit geltenden Coronavirus-Richtlinien. Ein Vertrauensbruch gegenüber den Bürgerinnen und Bürger von Austin war es dennoch. Am vergangenen Mittwoch entschuldigte er sich deshalb. "Ich bedauere diese Reise", sagte er in einem Video, das er auf Facebook postete. "Ich würde jetzt nicht mehr reisen. (…) Und niemand sollte."

Trotz seiner Entschuldigung sind viele Bürgerinnen und Bürger wütend. "Sie sind der Grund, warum viele Menschen Politikern nicht mehr vertrauen", kommentierte ein Nutzer einen Beitrag von Adler bei Facebook. Ein anderer schrieb: "Man darf seine Familie im Krankenhaus oder Heim nicht besuchen, aber Sie fahren einfach mal nach Mexiko."

Aber es gibt auch milde Stimmen: "Fehler macht jeder mal, Hauptsache, er tut es nicht wieder", heißt es in einem Kommentar. Verreisen wird Adler in naher Zukunft wohl nicht mehr.

Quellen: Facebook / "Washington Post"

rpw

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