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"Politische Gründe": Deutsche in Türkei festgenommen: Generalkonsulat wird Kontakt verwehrt

Am Donnerstag ließ die Türkei zwei weitere deutsche Staatsbürger festnehmen - aus politischen Gründen. Das deutsche Konsulat in Antalya bemüht sich aktuell, Kontakt zu den Betroffenen herzustellen.

Nach den Festnahmen sind die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei einmal mehr am Tiefpunkt angelangt

Nach den Festnahmen sind die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei einmal mehr am Tiefpunkt angelangt

Am Donnerstag ließ die Türkei zwei weitere deutsche Staatsbürger inhaftieren. Nach bisheriger Kenntnis des Auswärtigen Amtes wurden die beiden Personen wegen politischer Tatvorwürfe festgenommen. Die Festnahme erfolgte am Flughafen des Urlaubsortes Antalya in der Südtürkei, ob bei der An- oder der Abreise ist bisher noch nicht geklärt.

Wie der stern aus Kreisen des Auswärtigen Amtes erfuhr, sollen die beiden Festgenommenen nur die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Weitere Informationen zur Identität sind aktuell nicht bekannt. Die Polizeidienststelle in Antalya hat die Festnahme der beiden Deutschen inzwischen schriftlich mitgeteilt.

Deutsche in Türkei festgenommen: Zunächst kein Kontakt über Generalkonsulat

Dem Generalkonsulat wurde zunächst der telefonische Kontakt zu den beiden Festgenommenen verwehrt. Das Konsulat von Antalya versuche derzeit, einen Kontakt zu den Betroffenen herzustellen, um die konsularische Betreuung sicherzustellen, erfuhr der stern am Samstagnachmittag aus Kreisen des Auswärtigen Amtes.

Aktuell sind 55 deutsche Staatsangehörige in der Türkei in Haft in Polizeigewahrsam. Mit den jüngsten Festnahmen vom Donnerstag steigt die Zahl jener Personen, die nach dem Putschversuch im Sommer 2016 aus politischen Gründen festgenommen wurden, auf zwölf. Einer von ihnen ist Deniz Yücel, Korrespondent der "Welt". Er war am Freitag 200 Tage in Haft. Ihm wird Terrorpropaganda und Volksverhetzung vorgeworfen.

pg
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