HOME

Verlängerung der Lebensarbeitszeit: "Kein Denkverbot": CDU-Politiker erwägt Anreize für spätere Rente

Gehen wir mit 67 in Rente oder müssen wir doch länger arbeiten? Wie die "Rheinische Post" berichtet, denkt die CDU darüber nach, Anreize für einen späteren Renteneintritt zu schaffen. Der Rat der Wirtschaftsweisen befürwortet die Idee.

Symbolbild zur Rente: Zwei Senioren sitzen auf einer Parkbank

Die Lebenserwartung der Deutschen steigt: Wie lange müssen wir künftig bis zur Rente arbeiten? (Symbolbild)

DPA

Zuerst die gute Nachricht: Die Lebenserwartung in Deutschland steigt bei Frauen und Männern kontinuierlich an. Die schlechte Nachricht: Die Bürger beziehen dadurch auch länger Rente, während unsere Gesellschaft gleichzeitig zunehmend altert. Schon in 40 Jahren wird etwa jede dritte Person in Deutschland 65 Jahre oder älter sein. Das sorgt langfristig für ein problematisches Ungleichgewicht. Es gibt zu wenig junge Menschen, die in den Topf einzahlen, aus dem die Rentenbeiträge für die älteren Teile der Bevölkerung abgeschöpft werden. Auch deshalb wurde das Renteneintrittsalter vor einigen Jahren auf 67 angehoben. Doch reicht diese Maßnahme langfristig aus?

Herrmann Gröhe: "Es darf kein Denkverbot geben"

Wie die "Rheinische Post" berichtet, denkt der Unionsteil der Bundesregierung aktuell über Anreize für ein freiwilliges längeres Arbeiten nach. Der Fraktionsvorsitzende der Union, Hermann Gröhe, erklärte gegenüber der Zeitung: "Es wird künftig einen Maßnahmen-Mix geben müssen, um die gesetzliche Rente dauerhaft über 2025 hinaus zu stabilisieren: Dazu gehört, dass wir Sorge für ein weiterhin hohes Wirtschaftswachstum tragen. Es darf zudem kein Denkverbot geben, ob wir Anreize benötigen, auch länger als bis 67 Jahren zu arbeiten." Wie genau diese Anreize aussehen könnten, erklärte der CDU-Politiker nicht.

Wie die Zeitung weiter schreibt, befürworte auch der Rat der Wirtschaftsweisen die Ideen Gröhes. Der Rat wolle das Rentenalter an die steigende Lebenserwartung koppeln – das hatte Gröhe in seinem Zitat so nicht vorgeschlagen. So könnte nach Ansicht von Christoph Schmidt, Chef des Rats der Wirtschaftsweisen, eine höhere Lebenserwartung von drei Jahren zu zwei Jahren zusätzlicher Arbeit und einem zusätzlichen Jahr Ruhestand führen.

Bundestag verabschiedet neues Rentenpaket

Erst am Donnerstag wurde im Bundestag das neue Rentenpaket der Großen Koalition verabschiedet. Es soll 2019 in Kraft treten. Das Paket, das über 30 Milliarden Euro umfasst, beinhaltet zum Beispiel, dass der Beitragssatz bis 2025 bei 20 Prozent des Bruttoeinkommens gedeckelt wird und das Niveau der Renten bis zum Jahr 2025 nicht unter 48 Prozent eines Durchschnittslohns fallen darf. Kritik am neuen Rentenpaket der Bundesregierung gab es von den Oppositionsparteien.

Quellen: "Rheinische Post", "Bundeszentrale für politische Bildung"

Rente Rentenversicherung Sparschwein
hh