HOME

Erschreckende Zahlen: 24.500 Waffen in Deutschland als verloren oder gestohlen gemeldet

Über 5000 Gewehre und Pistolen sind in Deutschland als gestohlen gemeldet. Weitere 19.000 Schusswaffen sind als verloren registriert. Wie kann das sein?

Eine Pistole wird in Händen mit Handschuhen gehalten

Muss das deutsche Waffengesetz verschärft werden? (Symbolbild)

DPA

Eine sehr beunruhigende Statistik: In Deutschland ist die Zahl der als verschwunden gemeldeten Waffen aus Privatbesitz stark gestiegen. So waren Ende Januar 2018 insgesamt 24.531 Waffen im Nationalen Waffenregister als gestohlen oder verloren registriert. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen zu Waffenkriminalität in Deutschland hervor, die dem stern vorliegt. Das entspricht einer Steigerung von rund 18 Prozent im Vergleich zum Januar 2017. Wie konnte das passieren?

Über 5000 Waffen in Deutschland als gestohlen gemeldet

Die meisten dieser Waffen (19.282) wurden als verloren gemeldet, etwa ein Fünftel (5249) als gestohlen. Konstantin von Notz, Fraktionsvorsitzender der Grünen, nannte die Zahlen alarmierend. In einem dem stern vorliegendem Statement sagt er: "Jetzt ist der Bundesinnenminister gefordert. Er muss das massive Sicherheitsproblem, das durch verloren gegangene Waffen entstanden ist, entschlossen anpacken. Parlamentarische Vorschläge hierzu liegen seit langem vor." Auch die Grünen-Innenpolitikerin Irene Mihalic kritisierte die Regierung scharf und warf ihr vor, sich gegen strengere Aufbewahrungsvorschriften für Waffen zu sträuben.

Wo sind die ganzen Gewehre und Pistolen hin?

Wer eine Waffe legal besitzt, etwa als Jäger oder Sportschütze, ist verpflichtet, sich um die sichere Aufbewahrung zu kümmern. Verschwindet eine Waffe, wirft das Fragen an der Zuverlässigkeit ihres Besitzers auf, was zum Entzug der Waffenerlaubnis führen kann. Im Juli 2017 waren die Regelungen dafür verschärft worden. Die Union hatte in der Debatte über die Gesetzesnovelle damals den Grünen vorgeworfen, sie kriminalisierten mit ihrer "Verbieteritis" unbescholtene Bürger. Das eigentliche Problem seien aber die illegalen Waffen.

Neben der Gefahr, die durch entwendete oder abhandengekommene Waffen entsteht, ist auch der finanzielle Schaden hoch. 2016 betrug der entstandene Schaden durch Waffen, die bei Wohnungseinbrüchen gestohlen wurden, stolze 3,3 Millionen Euro.

Die Bundeswehr vermisst sogar Sturmgewehre

Ausgehend von Ermittlungen im französischen Bordeaux waren in Österreich und Deutschland im vergangenen November neun mutmaßliche Mitglieder einer Bande von Waffenhändlern als Tatverdächtige ermittelt worden. Bei zeitgleichen Razzien in Süddeutschland und Österreich wurden mehr als 160 Schusswaffen sichergestellt. Auch bei der Bundeswehr verschwinden immer wieder Waffen, allerdings in sehr geringer Zahl. Laut Medienberichten fehlten 2015 und 2016 insgesamt neun Schusswaffen, darunter fünf Sturmgewehre.

Alle Waffen im AR-15-Stil nutzen ein mittleres Kaliber.


hh/DPA