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Abdul Adhim Kamouss: Der Imam und seine Fans

Die Aufregung um Abdul Adhim Kamouss' Auftritt bei Günther Jauch hält an. Aber wer sind eigentlich die Anhänger des "Salafistenpredigers"? Wir haben uns in den sozialen Netzwerken umgesehen.

Abdul Adhim Kamouss bei Facebook

Abdul Adhim Kamouss bei Facebook

Dass Abdul Adhim Kamouss seinen umstrittenen Auftritt bei Günther Jauch als Erfolg wertet, kann man daran erkennen, dass er das Foto aus der Sendung zu seinem Profilbild in Facebook gemacht hat. Schließlich stilisierte sich der Imam, der in der planlosen Talkshow als "Salafisten-Prediger" auseinandergenommen werden sollte, selbst als Missionar des Friedens. Ein Blick in die sozialen Netzwerke zeigt, wie die Anhänger des 37-Jährigen ihr Idol sehen. Was für Menschen stecken hinter den knapp 6000 Likes bei Facebook? Wen erreicht Abdul Adhim Kamouss abseits der Moscheen, in denen er predigt?

Seit der Sendung am Sonntag sind es noch ein paar Likes mehr auf seiner Faceboook-Seite geworden. Das Alter der Freunde liegt durchschnittlich bei 18 bis 24 Jahren. Bei Twitter folgen dem Imam gerade mal 21 Leute, allerdings hat er auch erst einen Tweet abgesetzt. 38 Follower hat Tauhid.eV, eigentlich ein Verein für "Muslime aktiv in der Gesellschaft", der auf Twitter jedoch Kamouss' Videos verbreitet und über den man Abdul Adhim Kamouss "buchen" kann. Hier wiederum finden sich Namen, die auch auf Kamouss' Facebookseite posten.

Beleidigungen und Beschimpfungen

Wenn man Kamouss' Fans auf Facebook genauer betrachtet, findet man eher heftige Töne. Sie scheinen in ganz Deutschland verteilt zu leben. Die meisten Profilnamen sind offensichtlich arabischen Ursprungs. Einige leben laut Profil auch im Ausland und posten auf Arabisch. Aber es sind auch einige Deutsche darunter. Unter anderem Konvertiten. Einer von Kamouss' "Fans" gibt an, eine katholische Schule besucht zu haben, scheint zum Islam übergetreten zu sein und ist Mitglied einer Facebookgruppe mit Namen "Muslime gegen ISIS". Dieser Gruppe gehören aber nur sehr wenige der Kamouss-Anhänger an. Viele Profilbilder entsprechen dem gängigen Bild von Fundamentalisten: Es gibt viele lange Bärte, manche tragen eine Art Turban. Äußerlich erinnern sie immer wieder an den umstrittenen Prediger selbst.

Der Bildungsgrad der Anhänger scheint eher niedrig zu sein, nur eine Minderheit hat laut Profil studiert. Die Bildungsferne lässt sich auch am Diskussionsverlauf ablesen. Das Deutsch ist meist durchsetzt von falschen Ausdrücken, schlechter Grammatik und schlechter Rechtschreibung.

Bedrohungen und Beleidigungen

Die seit der Sendung am Sonntag anhaltende Diskussion ist auch hier hitzig. Imam Abdul Adhim Kamouss hatte in einem Post zur Diskussion aufgefordert, aber auch zur Besonnenheit. Viele steigen ein, darunter auch Deutsche, die den Prediger kritisieren und auch beschimpfen. Das ruft die Anhänger verstärkt auf den Plan.

Als eine junge Frau Kamouss darum bittet, Glaubensbrüder in Syrien zum Umdenken zu bewegen, wird sie verspottet: "Katharina M. sei leise du hast Mundgeruch", antwortet ein Nutzer. Ein gewisser Ali K. pöbelt: "Katharina M. ich ficke deine Mutter du Schlampe." Solche Kommentare haben mit dem friedliebenden Bild, das Kamouss am Sonntag vermitteln wollte, nichts zu tun. Kritik wird in den Kommentaren sofort niedergeschrien. Oft werden Deutsche als Nazis bezeichnet. Ein Nutzer kommentiert, dass das Beste an Deutschland Hartz IV sei. Ein Anhänger mit arabischem Namen schreibt: "Wir leben seit Jahrzehnten friedlich nebeneinander aber ob das so bleibt..."

Andere Kamouss-Fans hingegen freuen sich über den Fernsehauftritt ihres Imams. Da heißt es: "Möge Allah dir immer Kraft geben." Mohammed B. schreibt: "Bruder Abdul Adhim ich habe so viel von dir gelernt Inshallah (so Gott will, Anm.der Red) kriegst du Lohn bei Allah und gehörst zu den Paradies Bewohnern."

mac