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AfD in Sachsen-Anhalt: Poggenburg nutzt Nazi-Jargon in Landtags-Rede: "Wucherung am deutschen Volkskörper"

AfD-Politiker André Poggenburg hat im Landtag eine verstörende Rede gehalten: "Linksextreme Lumpen" müssten von Hochschulen verbannt und "praktischer Arbeit zugeführt" werden, sie seien eine "Wucherung am deutschen Volkskörper". So manch einen erinnerte das an die NS-Zeit.

André Poggenburg (hier im Dezember 2016 im Landtag)

André Poggenburg (hier im Dezember 2016 im Landtag) hat mit einer Rede für große Aufregung gesorgt

Wieder Aufregung um Sachsen-Anhalts AfD-Chef André Poggenburg: Im Landtag hat der Politiker eine Rede gehalten und dabei Begriffe benutzt, die dem NS-Vokabular sehr nahe kam. Poggenburg sagte in der Debatte, "linksextreme Lumpen" müssten "von deutschen Hochschulen verbannt werden" und sollten statt einem Studienplatz "lieber praktischer Arbeit zugeführt werden". Anschließend forderte er, an die Abgeordneten gewandt: "Beteiligen Sie sich an allen möglichen Maßnahmen, um diese Wucherung am deutschen Volkskörper endgültig loszuwerden!"

Einem Bericht des MDR zufolge führte die Wortwahl zu Empörung bei allen Fraktionen jenseits der AfD. Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) habe Poggenburg gefragt, ob er eine Ähnlichkeit seiner Rede mit Worten von Adolf Hitler erkenne.

André Poggenburg: "Ich steh zu jedem Wort!"

Poggenburg, der wie Björn Höcke zum national-konservativen, rechten Flügel seiner Partei gezählt wird, meldete sich nach der Rede auf Twitter selbst zu Wort. Er bestätigte dort den MDR-Bericht, teilte ihn und zeigte sich ganz im Reinen mit sich und seiner Rede. "Ich steh zu jedem Wort!", schrieb er. "Das ist aber nicht NS- sondern einfach deutsche Sprache wie gegen Linksextremismus nötig."

In der Debatte war es um Linksextremismus gegangen. Erst im Januar hatten Studenten bei einer Vorlesung der AfD-nahen Hochschulgruppe Campus Alternative in Magdeburg einen Auftritt des Politikers verhindert. Die AfD hatte ihre Veranstaltung zum Thema "Geschlechterforschung" abbrechen müssen, weil mehrere hundert Studenten nach der vorherigen Veranstaltung im Hörsaal blieben und lautstark dagegen protestierten. Es soll dabei auch zu tumultartigen Szenen und Rangeleien gekommen sein. Die Abordnung der Rechtspopulisten, darunter auch André Poggenburg, verließ unter Polizeischutz den Raum. Innenminister Stahlknecht hatte die Aktion der Störer damals kritisiert. "Wer der AfD vorwerfen will, sie sei antidemokratisch, darf ihr nicht dadurch begegnen, dass er selbst antidemokratisch ist", sagte er.


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