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Kritik nach Seebach-Kongress: AfD-Nachwuchs singt gesamtes Deutschlandlied - um sich auf "Wurzeln" zu besinnen

Die Junge Alternative hat bei einem Treffen am Wochenende das gesamte Deutschlandlied gesungen. Dafür kritisiert die AfD ihren Nachwuchs. Die Jugendorganisation will das aber nicht so stehen lassen.

AfD-Nachwuchs singt gesamtes Deutschlandlied - um auf "Wurzeln" zu besinnen

Alexander Gauland (AfD, r.), Fraktionsvorsitzender im Bundestag, und Damian Lohr (M.), Bundesvorsitzender der Jungen Alternative (JA) für Deutschland, auf dem Bundeskongress

DPA

Die -Spitze hat den eigenen Parteinachwuchs dafür gerüffelt, dass dieser bei seinem Bundeskongress das komplette Deutschlandlied gesungen hat. "Der Bundesvorstand der Alternative für Deutschland (AfD) drückt sein Befremden und seine Missbilligung aus", hieß es in einer Erklärung. Der Mitteilung zufolge hatte eine Mehrheit der Kongressteilnehmer am Samstag im thüringischen Seebach auch jene Strophen des Liedes gesungen, die nicht Bestandteil der Nationalhymne sind.

Zu dem Vorschlag der Nachwuchsorganisation Junge Alternative, bei besonderen Anlässen in Schulen ebenfalls das ganze Deutschlandlied singen zu lassen, äußerte sich der AfD-Bundesvorstand nicht.

AfD-Nachwuchs: "auf die Wurzeln des deutschen Nationalstaates" besinnen

Die Jugendorganisation rechtfertigte sich für das gemeinsame Singen. Man nehme die Kritik der AfD zwar zur Kenntnis und wolle das Gespräch mit der Mutterpartei suchen, hieß es in einer Mitteilung. "Gleichwohl möchte ich feststellen, dass das Absingen des Liedes der Deutschen in allen drei Strophen entgegen anderslautender Gerüchte nicht verboten ist", betonte der Bundesvorsitzende der Jungen Alternative, Damian Lohr. Der AfD-Nachwuchs wolle sich "auf die Wurzeln des deutschen Nationalstaates und auf den Kern des deutschen Patriotismus" besinnen. Deshalb gebe es keinen Grund, warum das Deutschlandlied nicht in den Schulalltag integriert werden sollte.

Die erste Strophe "Deutschland, Deutschland über alles" ist verpönt, weil nur sie während der Nazi-Diktatur gesungen werden durfte. Die Nazis brachten die Hymne in einen Kontext von Imperialismus und Größenwahn - eine Interpretation, die mit der ursprünglichen Absicht, zu Deutschlands Einigung aufzurufen, nichts gemein hatte. Im Jahr 1952 stimmte der damalige Bundespräsident Theodor Heuss (FDP) dann auf Bitten von Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) zu, die dritte Strophe des Deutschlandliedes ("EInigkeit und Recht und Freiheit") als Nationalhymne anzuerkennen. 

fs / DPA