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Maidemonstration AfD-Vorstand in Polizeigewahrsam: "Was ist in diesem Land möglich?"

AfD-Vorstandsmitglied Guido Reil
AfD-Vorstandsmitglied Guido Reil verbrachte am 1. Mai einige Stunden im Gewahrsam - zu Recht, sagt die Polizei (Archivbild)
© Julian Stratenschulte / DPA
AfD-Vorstandsmitglied Guido Reil ist "entsetzt" über seine Kurzzeit-Haft am Rande der Maidemonstration in Essen und vermutet ein "abgekartetes Spiel". Die Polizei widerspricht.

Nach seiner Ingewahrsamnahme am Rande der Maidemonstration des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Essen erhebt AfD-Vorstandsmitglied Guido Reil Vorwürfe gegen die Polizei.

Beamte hatten dem 48-Jährigen nach Polizeiangaben einen Platzverweis erteilt, weil bei einem seiner Sicherheitsleute unter anderem ein Pfefferspray gefunden worden sei, das bei Versammlungen nicht mitgeführt werden darf. Weil Reil der Anordnung nicht nachgekommen sei, nahm die Polizei ihn mit auf die Wache.

Bereits kurz nach dem Vorfall veröffentlichte der Kresiverband Recklinghausen der AfD bei Facebook ein Video, das die Maßnahme der Polizei zeigen soll und bestätigte den Vorgang im Wesentlichen. Gleichzeitig äußerte die Partei jedoch ihr Unverständnis darüber, dass Reil einen Platzverweis erhielt, obwohl nicht er, sondern ein Bodyguard das Pfefferspray bei sich getragen habe.

AfD-Politiker Guido Reil zeigte sich empört

Nach seiner Freilasssung aus dem Polizeigewahrsam meldete sich auch Guido Reil selbst zu Wort: "Ich bin entsetzt über das, was passiert ist. (...) Ich habe die letzten drei Stunden in Untersuchungshaft verbracht. (...) Ich habe mein Schuhe ausziehen müssen und meine Brille musste ich abgegeben", schildert er seine Zeit in der Zelle. Und auch Reil stellt die Frage: "Warum ich dafür verhaftet werde, was andere Leute machen? Das ist mir nicht ganz klar." Er sei fassungslos: "Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht, das sind Grundrechte. (...) Was ist in diesem Land eigentlich möglich?" Dem Nachrichtenportal "Der Westen" sagte er: "Das war ein abgekartetes Spiel, um mich von dieser Demo fernzuhalten."

Die Polizei in Essen weist die Vorwürfe Reils zurück. Der mit dem verbotenen Pfefferspray aufgegriffene Leibwächter sei der fünfköpfigen Gruppe um Guido Reil zuzuordnen gewesen. "Das Versammlungsgesetz erlaubt es, dann der ganzen Gruppe einen Platzverweis auszusprechen", erklärte ein Sprecher dem stern. "Und wer einem Platzverweis bei einer Versammlung nicht Folge leistet, kann für deren Dauer in Gewahrsam genommen werden." Dies sei im Fall von Guido Reil geschehen, alle anderen Mitglieder der Gruppe hätten den Versammlungsort nach der Aufforderung durch die Polizei verlassen.

Der AfD-Politiker kündigte an, das Vorgehen der Beamten gerichtlich überprüfen zu lassen.


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