Akademiker-Quote Deutschland fällt weiter zurück


Bei der Ausbildung von hoch qualifizierten Nachwuchskräften verliert die Bundesrepublik international weiter an Boden. Dem neuen OECD-Bildungsbericht zufolge stieg der Anteil der Hochschulabsolventen zwar auf 21 Prozent eines Altersjahrgangs, international ging die Quote allerdings deutlich stärker nach oben.

Deutschland fällt bei der Ausbildung von Akademikern international immer weiter zurück und kann seinen Bedarf an Hochqualifizierten im naturwissenschaftlich-technischen Bereich kaum decken. Das geht aus der Studie "Bildung auf einen Blick" hervor, die die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Dienstag in Berlin vorgestellt hat.

Die Entwicklung sei nicht befriedigend, kritisierte die für Bildung zuständige OECD-Direktorin Barbara Ischinger. Trotz einiger positiver Schritte verliere Deutschland bei der Ausbildung von Hochqualifizierten weiter an Boden, sagte sie. Der Anteil der Studienanfänger wie auch der Graduierten je Jahrgang wuchs in den meisten OECD-Ländern in den vergangen Jahren schneller als in der Bundesrepublik, und das von einem deutlich höheren Niveau.

So stieg der Anteil der Hoch- und Fachhochschulabsolventen je Jahrgang in Deutschland von 2000 bis 2006 von 18 auf 21 Prozent, im OECD-Schnitt dagegen von 28 auf 37 Prozent. Die Entwicklung der Studienanfängerzahlen lasse erwarten, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren noch verstärke. Um mehr junge Menschen aus ärmeren Elternhäusern für ein Studium zu gewinnen, plädiert die OECD für ein Stipendiensystem. Dies sei wirksamer, als die Finanzierung von Studiengebühren über Kredite

Im OECD-Mittel ist der Anteil der Studienanfänger an Hoch- und Fachhochschulen von 2003 bis 2006 von 53 auf 56 Prozent eines Jahrgangs gestiegen, in Deutschland stagniert er dagegen zwischen 35 und 37 Prozent. Obwohl in kaum einem anderen OECD-Land ein größerer Anteil der Studierenden einen Abschluss in naturwissenschaftlich-technischen Fächern erwerbe, seien wegen der insgesamt geringen Absolventenquote in Deutschland Hochqualifizierte in diesen Fächern unter den jungen Erwerbstätigen deutlich unterrepräsentiert, hieß es weiter.

Zugleich konnten Akademiker auch 2006 ihren Einkommensvorsprung gegenüber Erwerbstätigen mit Berufsausbildung ausbauen. Auch dies spreche dafür, dass der Bedarf durch die Absolventenzahlen nicht gedeckt werde. So verdienten Arbeitnehmer mit akademischem Abschluss 2006 im Schnitt 64 Prozent mehr als Arbeitnehmer mit Berufsausbildung. Im Jahr 2000 hatte der durchschnittliche Einkommensvorteil noch 43 Prozent betragen.

AP AP

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