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Interview mit AfD-Fraktionschefin: Alice Weidel will ab 2021 mitregieren - kein klares "Ja" zur Ehe für alle

AfD-Fraktionschefin Alice Weidel strebt für ihre Partei eine Regierungsbeteilung nach der Bundestagswahl 2021 an. Das sagte sie der "Bild am Sonntag". Auch die Ehe für alle und der geringe Frauenanteil in der AfD kamen zur Sprache.

Alice Weidel will ab 2021 mitregieren und sich nicht auf ein "Ja" zu Ehe für alle festlegen

"Mittelfristig ist es unser Ziel zu gestalten, und dafür wollen wir in die Regierung", so Alice Weidel in einem Interview

AfD-Fraktionschefin Alice Weidel strebt für ihre Partei eine Regierungsbeteiligung nach der Bundestagswahl 2021 an. "Mittelfristig ist es unser Ziel zu gestalten, und dafür wollen wir in die Regierung", sagte Weidel der "Bild am Sonntag".

"Ab 2021 wollen wir so weit sein." Defizite bei der AfD sieht die Fraktionschefin im Angebot für Frauen. "Wir haben noch keine ausreichenden Antworten, was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf anbetrifft", kritisierte Weidel. Die AfD müsse daran arbeiten, "um für Frauen attraktiver zu werden".

Weidel schlug gebührenfreie Kitas und Kindergärten vor, "weil das Familien direkt hilft". Momentan seien nur 18 Prozent der AfD-Wähler Frauen. "Das ist viel zu wenig", sagte die Ko-Vorsitzende der Bundestagsfraktion.

Alice Weidel winkt ab: "Das ist eine interessante Frage"

Gegenüber dem Boulevardblatt wollte sich die AfD-Fraktionschefin nicht auf ein Ja zur Ehe für alle festlegen. "Dass ich mich privat anders entschieden habe, heißt ja nicht, dass ich die klassische Familie ablehne", sagte die Politikerin, die in Lebenspartnerschaft mit einer Frau lebt. Ob sie die Ehe für alle genauso ablehne wie ihre Partei, sei "eine interessante Frage", sagte Weidel lediglich. Die Ehe zwischen Mann und Frau sei im Grundgesetz klar definiert, dies sollte nicht so einfach geändert werden, gab die Fraktionschefin der rechtspopulistischen Partei zu bedenken. Zur Beziehung mit ihrer Partnerin sagte Weidel: "Wir sind in der eingetragenen Lebenspartnerschaft glücklich. Eine Heirat hat derzeit keine Priorität."

Weidels Partei hatte die Einführung der Ehe für alle durch den Bundestag scharf kritisiert. Ihr Ko-Fraktionsvorsitzender Alexander Gauland bezeichnete die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern im Juli in der "Bild am Sonntag" als "Wertebeliebigkeit, die unserer Gesellschaft schadet".

Ihre lesbische Beziehung sei in der AfD aber "kein Thema, mit dem man sich mehrheitlich beschäftigt", sagte Weidel nun. "Es mag sein, dass der eine oder andere Ressentiments hat, aber das gibt es auch in anderen Parteien."

fs / AFP