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Arbeitsmarkt: BA-Vorstand will Frührente abschaffen

Später in Rente gehen, Altersteilzeit ganz abschaffen: Raimund Becker, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, will mit einschneidenen Maßnahmen die Folgen des demografischen Wandels für die Wirtschaft eindämmen.

Das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA), Raimund Becker, hat angeregt, die Beschäftigten nicht länger zum frühzeitigen Ruhestand zu animieren. "Langfristig ist es strategisch sinnvoll, alle Anreize zur Frühverrentung abzuschaffen. Dazu gehört die Verlängerung der Laufzeit von Arbeitslosengeld genauso wie die Altersteilzeit", sagte Becker dem "Hamburger Abendblatt".

Es sei wichtig, die Menschen länger in den Betrieben zu halten, hob der BA-Vorstand hervor. "Dazu gehört auch ein späteres Renteneintrittsalter, das momentan durchschnittlich bei 63 Jahren liegt", sagte Becker. Zudem warnt Becker vor den Folgen des demografischen Wandels für die Betriebe. "Es werden in den Jahren 2025 bis 2030 bis zu fünf Millionen Arbeitskräfte fehlen", sagte Becker.

Betriebe leiden unter demografischem Wandel

Die Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur würden die Unternehmen mit aller Kraft zu spüren bekommen, betonte Becker. Deutschland habe 27 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. In den kommenden zehn Jahren würden jedoch viele Fachkräfte in Rente gehen und nicht mehr genügend qualifizierte Menschen nachkommen.

In diesem Zusammenhang befürwortet der BA-Vorstand die stärkere Unterstützung älterer Beschäftigter in den Betrieben. "Da wird man sich stärker mit dem Thema ältere Beschäftigte, Gesundheitsprävention und Lernformen für Ältere auseinandersetzen müssen", sagte Becker.

mlr/DPA / DPA