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Bundestagswahl Armin Laschet spricht von einer "Ausnahmesituation" – und wählt kämpferische Worte

"Können mit Ergebnis nicht zufrieden sein" – Armin Laschet über vorläufiges Wahlergebnis der CDU
Sehen Sie im Video: "Können mit Ergebnis nicht zufrieden sein" – Armin Laschet über vorläufiges Wahlergebnis der Union.







"Uns war klar, ohne Amtsbonus wird das ein offener, ein harter, ein enger Wahlkampf. Und so ist es auch gekommen. Es ist ein Kopf-an-Kopf Rennen. Dieser Wahlabend ist eine Ausnahmesituation. Wir haben derzeit noch keine gesicherten Endergebnisse, keine gesicherten Zahlen. Aber wir können jetzt schon sagen: Mit dem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein. Und trotzdem: Der Ausgang der Wahl ist noch völlig unklar. Es wird ein langer Abend. Und in jedem Fall stellt das Wahlergebnis Deutschland, die Union, alle demokratischen Parteien vor große Herausforderungen. Wir müssen die Weichen stellen für die 20er Jahre. Das kann keine Partei alleine und deshalb bedarf es jetzt einer großen Kraftanstrengung aller Demokratinnen und Demokraten. Wir müssen Gegensätze überwinden und Deutschland zusammenhalten. Es wird erstmals, aller Voraussicht nach, eine Bundesregierung mit drei Bündnispartnern geben können. Und wir als Union haben von unseren Wählerinnen und Wählern einen klaren Auftrag erhalten. Eine Stimme für die Union, ist eine Stimme gegen eine links geführte Bundesregierung."
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Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der SPD und der Union. Für Armin Laschet steht schon jetzt fest: Er will die neue Regierung anführen.

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) hat trotz der erheblichen Stimmenverluste für die CDU/CSU einen Anspruch zur Regierungsbildung angemeldet. Er werde alles daran setzen, "eine Bundesregierung unter Führung der Union zu bilden", sagte der CDU-Vorsitzende am Sonntagabend. Es brauche jetzt eine "Zukunftskoalition", fügte er offenbar mit Blick auf ein mögliches Jamaika-Bündnis aus Union, Grünen und FDP hinzu.

Bundeskanzler werde derjenige, "dem es gelingt, Gegensätze zu verbinden". Er betonte, dass es wichtig sei, dass jeder mögliche Koalitionspartner sich selbst in einer Regierung wiederfinde – und strebt demnach das Vorhaben auch für den Fall an, dass die SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz am Ende vor der Union landen sollte.

Erste Signale in Richtung der Grünen und der FDP waren in seiner Rede auch enthalten. Zum Beispiel: "Diese Koalition muss sich für Nachhaltigkeit einsetzen – sowohl beim Klimaschutz als auch bei den Finanzen." Und: "Wir tragen die Verantwortung für die Generationen unserer Kinder und Enkel und dieser Verantwortung müssen wir stärker gerecht werden als bisher – gerade beim Klimaschutz."

Armin Laschet bezeichnet Lage als "Ausnahmesituation"

Es gebe ein "Kopf-an-Kopf-Rennen", dieser Wahlabend sei eine "Ausnahmesituation", sagte Laschet. Union und SPD liegen in Hochrechnungen nahezu gleichauf bei jeweils rund 25 Prozent – mit aktuell leichten Vorteilen für die SPD. Die CDU/CSU fiel damit aber auf ein historisch schlechtes Wahlergebnis. 

Zustimmung bekam Laschet noch am Abend von CSU-Chef Markus Söder. "Wir wollen gemeinsam in diese Gespräche gehen", sagte Söder am Sonntagabend in Berlin. Es gehe nun in Sondierungsgesprächen darum, die Basis zu finden für ein "Bündnis der Vernunft". Anders als nach der Bundestagswahl 2017 dürfe es keine Selbstblockaden geben, sondern müsse – ohne "lupenreine Parteipolitik" umsetzen zu wollen – offen verhandelt werden.

Söder sagte, Ziel für die Union sei "eine Regierung der Modernität, aber auch eine Regierung der Stabilität". Beides sei notwendig. "Wir als CSU wollen da unseren Beitrag mit der CDU erbringen."

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sw / AFP / DPA

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