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US-Präsident in Hannover: Acht Fakten und vier Gerüchte über den Obama-Besuch

2000 verschweißte Gullydeckel, mindestens doppelt so viele Polizisten und ein Wink-Verbot für Anwohner: Für Barack Obamas Hannover-Besuch erreichen die Sicherheitsmaßnahmen irrsinnige Ausmaße - ein Überblick.

Von Niels Kruse

Barack Obama kommt nach Hannover

Barack Obama macht sich bald auf zu seinem letzten Besuch Deutschlands als US-Präsident

Es wird sein fünfter und letzter (offizieller) Deutschland-Besuch sein, und er versetzt Hannover seit Wochen in den Ausnahmezustand. Barack Obama eröffnet am Sonntagabend die Hannover-Messe - als oberster Repräsentant des diesjährigen Partnerlandes USA. Eigentlich ist jede Deutschland-Visite eines US-Präsidenten ein Highlight, doch in Hannover ist nicht jeder Einwohnerdarüber erfreut. Es sind vor allem die peniblen Sicherheitsvorkehrungen, die die Menschen in der niedersächsischen Landeshauptstadt irritieren.

Da wären zum Beispiel:

  • Das Wink-Verbot. In einem Schreiben informiert die Polizei die Anwohner des Sicherheitsbereichs darüber, während der Obama-Visite möglichst in der Wohnung zu bleiben, aber nicht am Fenster zu stehen (etwa zum Winken), um "Irritationen mit den Sicherheitskräften und eine mögliche Überprüfung der Wohnung" zu vermeiden.

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  • Von Sonnabendmorgen, 8 Uhr, bis Sonntagabend, 22 Uhr, dürfen die Bewohner nur mit Ausweis ihre Wohngegend betreten, Besucher müssen vorher angemeldet werden.
  • Frühling ist Konfirmationszeit, doch am kommenden Wochenende müssen die Einsegnungswilligen woanders feiern, wie die "Osnabrücker Zeitung" berichtet, da im Sicherheitsbereich keine Autos abgestellt oder geparkt werden dürfen.
  • Kinder der betroffenen Straßenzüge dürfen am Sonntag nicht draußen im Sandkasten spielen.
  • Insgesamt leben in der Sicherheitszone zwischen 2000 bis 3000 Menschen Menschen.
  • Selbst Hamburg, rund anderthalb Autostunden von der niedersächsischen Landeshauptstadt entfernt, ist vom Obama-Besuch betroffen, wenn auch indirekt. Der Derby-Klassiker Hamburger SV gegen Werder Bremen musste wegen des Besuchs auf den Freitagabend verlegt werden. Ein Graus für die Polizei, denn die Begegnung gilt wegen der Fanfeindschaft als Hochsicherheitsspiel, die im Allgemeinen tagsüber ausgetragen werden.
  • Fast schon ein Klassiker: die Versiegelung der Gullydeckel. 2000 Öffnungen sind es diesmal.
  • Im Kuppelsaal des Kongresszentrums, wo Barack Obama die Hannover-Messe eröffnen wird, werden 2500 handverlesene Gäste erwartet. Angeblich reist der US-Präsident mit einer Entourage aus 600 Begleitern an.

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Keine präzisen Auskünfte gibt es dagegen über: 

  • Die Anzahl der eingesetzten Polizisten. Die Rede ist mal von 5000, mal von 8000. Angeblich sollen allein zwischen 3000 und 4000 Beamte an den Fahrtrouten postiert werden.
  • Ob ein normaler Hannoveraner je den US-Präsidenten zu Gesicht bekommen wird? Unwahrscheinlich. Die Bereiche Zoo, Messe und Herrenhäuser Gärten jedenfalls werden am Wochenende für die Allgemeinheit weitgehend abgeriegelt sein.
  • Obamas Unterkunft: Mit ziemlicher Sicherheit wird er im "Seefugium" absteigen, so zumindest berichten es verschiedene Medien übereinstimmend. Das idyllisch gelegene Haus werde zurzeit offenbar aufgehübscht, auch ein mobiler Funkmast wurde dort bereits errichtet. Aber auch das "Schlosshotel Münchhausen" im nahen Weserbergland ist im Gespräch. Das soll angeblich komplett von der US-Regierung gebucht worden sein. Vielleicht braucht der Tross aber auch so viele Betten, dass gleich beide Unterkünfte reserviert wurden.
  • Zudem sollen aus Sicherheitsgründen  Funk- und Handy-Signale 20 Minuten vor der Landung des Präsidenten gestört werden.