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Bayern: Pauli steht vor Landtagseinzug

Sie polarisiert die Bayern und war bei der Landtagswahl das prominenteste Gesicht der Freien Wähler: Gabriele Pauli. Die frühere CSU-Rebellin hat als "Zweitstimmenkönigin" des bürgerlichen Wählerbündnisses nun beste Chancen, in den Landtag einzuziehen.

Die frühere CSU-Rebellin Gabriele Pauli wird mit größter Wahrscheinlichkeit für die Freien Wähler (FW) in den bayerischen Landtag einziehen. Pauli lag nach Auswertung von zehn der zwölf Stimmkreise in Mittelfranken mit fast 32.000 Gesamtstimmen weit vor dem Zweitplatzierten Peter Bauer, der gut 15.000 Stimmen sammeln konnte. Auf die Freien Wähler in Mittelfranken entfallen nach Angaben des Landeswahlleiters zwei Landtagsmandate.

Pauli sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Montag, sie könne sich im Landtag gut eine Koalition der Freien Wähler mit der CSU vorstellen. "Ich habe keine Probleme und keine Scheuklappen im Umgang mit der CSU. Das Kapitel CSU ist abgeschlossen", sagte sie. "Ich schaue jetzt nach vorne. Wichtig ist, dass wir jetzt etwas bewegen." Pauli hatte mit ihrer Kritik am damaligen Ministerpräsidenten und CSU-Chef Edmund Stoiber die CSU-Führungskrise ausgelöst, die im Rückzug Stoibers von seinen Ämtern gipfelte. Sie kandidierte daraufhin selbst für den Parteivorsitz, war aber chancenlos. Wenig später trat sie aus der CSU aus.

Überrascht zeigte sich die 51 Jahre alte Politikerin von der starken Unterstützung der mittelfränkischen Wähler. "Ich habe mir schon gedacht, dass ich als frühere Fürther Landrätin vor allem im Landkreis Fürth viele Stimmen erhalte. Aber dass ich dort eine so große Unterstützung bekomme, habe ich nicht geglaubt", sagte sie.

Pauli hatte auf der Liste lediglich auf Platz acht kandidiert, erwies sich jedoch in fast allen Stimmkreisen als "Zweitstimmen-Königin" der Freien Wähler. So sammelte sie allein im Stimmkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Fürth-Land mehr als 6600 Zweitstimmen. In der Stadt Fürth erhielt sie fast 6000 Zweitstimmen.

DPA / DPA