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Rechtsnationaler Politiker: AfD-Vorstand fordert Höcke zum Parteiaustritt auf

Für den Vorsitzenden der AfD in Thüringen wird die Luft dünner: Der Parteivorstand hat Björn Höcke nahegelegt, er solle prüfen, inwieweit seine Positionen mit denen der AfD noch übereinstimmen. Höcke lehnte einen Kommentar ab.

Björn Höcke

Björn Höcke ist auch in seiner Partei AfD äußerst umstritten: Indirekt hat ihm der Vorstand den Austritt nahegelegt

Der Bundesvorstand der AfD hat dem umstrittenen Thüringer Landesvorsitzenden Björn Höcke indirekt den Austritt aus der Partei nahegelegt. Nach einer mehrstündigen Debatte erklärte der Vorstand am Freitag in Berlin: "Der Bundesvorstand fordert Björn Höcke nachdrücklich auf, auch selbst zu prüfen, inwieweit seine Positionen sich noch in Übereinstimmung mit denen der AfD befinden."

Der rechtsnationale AfD-Politiker war von Mitgliedern des Parteivorstandes am vergangenen Wochenende heftig kritisiert worden. Anlass waren Höckes Äußerungen über die "Reproduktionsstrategie" von Afrikanern. Außerdem stießen sich seine Parteikollegen daran, dass Höcke der rechtsextremen französischen Partei Front National zu ihrem guten Abschneiden in der erste Runde der Regionalwahlen gratuliert hatte.

"Jeder Mensch macht Fehler"

Höcke, der auch Vorsitzender der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag ist, hätte zu der Vorstandssitzung in Berlin eigentlich persönlich erscheinen sollen. Er entschuldigte sich jedoch nach Angaben einer Sprecherin mit Hinweis auf die Haushaltsdebatte im Landtag in Erfurt. Dieser Termin solle voraussichtlich im Januar nachgeholt werden. Zu seinen Unterstützern im Bundesvorstand gehört André Poggenburg, der AfD-Vorsitzende in Sachsen-Anhalt.

Höcke selbst wollte sich nicht äußern. Über seine Sprecherin ließ er ausrichten, er habe in der Vergangenheit immer Wert darauf gelegt, dass interne Dinge auch intern geklärt würden. So wolle er es auch in diesem Fall handhaben. Seine Positionen stünden jedoch grundsätzlich im Einklang mit denen der AfD. "Herr Höcke hat bereits Fehler eingeräumt. Jeder Mensch macht Fehler", erklärte die Sprecherin.

amt / DPA