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Bundestagswahl: Tauss verzichtet auf Kandidatur

Nach wie vor beteuert er, in seiner Eigenschaft als SPD-Medienexperte Kinderporno-Material recherchiert zu haben. Deshalb sei das belastende Material bei ihm gefunden worden. Doch Jörg Tauss hält dem öffentlichen Druck nicht mehr stand. Er hat auf eine erneute Kandidatur für den Bundestag verzichtet.

Nach heftigem Druck aus der eigenen Partei zieht der SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss weitere Konsequenzen aus der Kinderporno-Affäre und verzichtet auf eine Kandidatur für die Bundestagswahl im September. "Ich werde nicht mehr antreten", sagte Tauss zunächst dem Onlineportal bild.de, inzwischen bestätigten Kreise der Südwest-SPD seinen Verzicht. Tauss sagte laut bild.de weiter: "Aus der SPD-Landtagsfraktion werde ich regelrecht gemobbt. Man will mir sogar die Gelegenheit nehmen, mich zuerst vor meiner Basis zu erklären."

Der Karlsruher steht bisher auf dem aussichtsreichen Platz 7 der Landesliste für die Bundestagswahl. Bislang wollte der Politiker am Abend den 43 Ortsvorständen seines Wahlkreises Rede und Antwort stehen.

Tauss behält aktuelles Mandat

Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe ermittelt wegen des Verdachts der Kinderpornografie gegen Tauss. Bei einer Durchsuchung wurde in seiner Berliner Privatwohnung kinderpornografisches Material sichergestellt. Tauss beteuert nach wie vor, er habe als Abgeordneter recherchiert. Sein Ziel sei es gewesen, einen Kinderpornoring zu sprengen. Er sei davon ausgegangen, dass er als Bundestagsabgeordneter unter die gesetzliche Ausnahmeregelung falle, wonach Recherchen zu dienstlichen Zwecken nicht strafbar seien. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe bestreitet dagegen, dass das beschlagnahmte Material in Zusammenhang mit der Abgeordnetentätigkeit steht.

Der Politiker hatte kurz nach dem Fund der Kinderporno-Bildern in seinen Räumen vor drei Wochen bereits sein Amt als medienpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion abgegeben und war als Generalsekretär der Südwest-SPD zurückgetreten. Die SPD in Baden-Württemberg und die Bundestagsfraktion hatten Tauss zuletzt aufgefordert, auf eine erneute Bundestags-Kandidatur zu verzichten. Bislang will Tauss sein derzeitiges Bundestagsmandat jedoch bis zum Ende der Legislaturperiode behalten.

DPA / DPA