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Bundeswehrreform: Zapfenstreich für jeden fünften Freiwilligen

Der Bundeswehr fehlen die Freiwilligen. Und nicht nur das - von den wenigen, die tatsächlich kommen, quittiert jeder Fünfte seinen Dienst vorzeitig. Verteidigungsminister de Maizière will jetzt nach den Gründen suchen.

Drei Monate nach Beginn des freiwilligen Bundeswehrdienstes hat bereits jeder Fünfte schon wieder das Handtuch geworfen. Von den mehr als 3400 Wehrdienstleistenden hätten 780 den Dienst vorzeitig beendet, teilte das Verteidigungsministerium am Sonntag mit. "Mit der Zahl der Abbrecher kann ich nicht zufrieden sein", erklärte Verteidigungsminister Thomas de Maizière. Wer freiwillig komme, müsse natürlich auch freiwillig gehen können. "Wir werden aber die Gründe für das Ausscheiden analysieren und wo immer möglich, versuchen gegenzusteuern."

In seiner Zwischenbilanz zum freiwilligen Wehrdienst erklärte das Ministerium, dass die meisten den Dienst aus privaten Gründen abgebrochen hätten. Es hätten aber auch alternative Berufs- und Ausbildungsangebote sowie andere Vorstellungen vom Dienst eine Rolle gespielt. Außerdem habe es Fälle gegeben, bei denen der Dienst seitens der Bundeswehr beendet worden sei.

Im Zuge des Bundeswehrreform war die Wehrpflicht nach mehr als 50 Jahren am 1. Juli ausgesetzt worden. De Maizières Vorgänger Karl Theodor zu Guttenberg hatte die Reform trotz hefigen Gegenwinds aus der eigenen Fraktion durchgesetzt.

ono/Reuters / Reuters
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