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CDU Nordrhein-Westfalen: Spekulationen um Rüttgers-Nachfolger

Nach dem angekündigten Rückzug von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers schießen bei der CDU in Nordrhein-Westfalen die Spekulationen über seine Nachfolge ins Kraut. Einer der gehandelten Kandidaten: Generalsekretär Andreas Krautscheid.

Der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach nannte Generalsekretär Andreas Krautscheid am Wochenende als geeigneten Nachfolger im Amt des Landesvorsitzenden. In Zeitungsberichten ist aber von anderen Konstellationen die Rede. Einiges dürfte davon abhängen, ob sich Familienminister Armin Laschet oder Sozialminister Karl-Josef Laumann bei der zunächst anstehenden Wahl des Fraktionschefs durchsetzt. "Wenn Andreas Krautscheid kandidiert, wäre er eine gute Wahl", sagte Bosbach dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses fügte hinzu: "Er hat viel Erfahrung und sich in allen Ämtern bewährt."

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete derweil über Pläne einer Arbeitsteilung zwischen den "Kronprinzen" von Rüttgers. Damit es nicht zu einer Kampfabstimmung zwischen Laschet und Laumann um das Amt des Fraktionsvorsitzenden komme, solle der Sozialpolitiker den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden in der Bundespartei bekommen. Laumann ist bereits Bundesvorsitzender der CDU-Arbeitnehmerschaft. Laschet könnte dann die Fraktion übernehmen. Offen sei, ob sich Krautscheid im Frühjahr kommenden Jahres um den Landesvorsitz bewerbe.

Bericht über mögliche Dreierlösung

Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" werben Laschet und der frühere Landesverkehrsminister Oliver Wittke gemeinsam mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen bei den Abgeordneten um Zustimmung für eine Neuaufstellung. Demnach würde Laschet Chef der Landespartei und Wittke sein Generalsekretär, Röttgen stellvertretender Chef der Bundes-CDU. Dieses Szenario gelte für den wahrscheinlichen Fall, dass sich Laschet bei der Wahl des Landtagsfraktionschefs nicht gegen Laumann durchsetzt.

Der Chef der nordrhein-westfälischen Landesgruppe im Bundestag, Peter Hintze, äußerte im Westdeutschen Rundfunk die Erwartung, dass es innerhalb von drei Monaten zu einer Neuwahl des Landtags kommen werde. Nach seiner Ansicht strebe die sich abzeichnende rot-grüne Minderheitsregierung diesen Schritt rasch an. Die CDU sei darauf vorbereitet und werde im Landtag vor allem bei der Bildungspolitik die Auseinandersetzung suchen, wird Hintze zitiert.

ins/AP / AP