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Demos in mehreren Städten: Extremisten im Corona-Protest: Politiker wollen mit Aufklärung dagegenhalten

Auch am vergangenen Wochenende gingen in zahlreichen deutschen Städten Menschen auf die Straße. Unter die Demonstranten mischen sich immer wieder Leute mit zweifelhaften Absichten.

Corona-Proteste: Politiker warnen vor Radikalisierung: "Es laufen all jene mit, die das System grundsätzlich infrage stellen"

Nach den bundesweiten Demonstrationen gegen die Corona-Restriktionen haben Vertreter verschiedener Parteien vor einer Vereinnahmung der Proteste durch Extremisten gewarnt. "Wir lassen nicht zu, dass Extremisten die Coronakrise als Plattform für ihre demokratiefeindliche Propaganda missbrauchen", sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak in einem Interview vom Montag. SPD-Chefin Saskia Esken sagte, wer die Pandemie leugne und zum Verstoß gegen Schutzvorschriften aufrufe, nutze die Verunsicherung der Menschen "schamlos" aus.

Am Wochenende hatten tausende Menschen in Berlin, Stuttgart, München und anderen deutschen Städten gegen die Corona-Beschränkungen demonstriert. Dabei wurden wiederholt die Auflagen zum Infektionsschutz missachtet. 

Ziemiak sagte dazu der "Augsburger Allgemeinen", zwar nehme die CDU als Volkspartei die Sorgen der Bürger immer ernst. Aber klar sei auch, "dass wir konsequent gegen diejenigen vorgehen, die jetzt die Sorgen der Bürger mit Verschwörungstheorien anheizen und Fake News in Umlauf bringen". Diesem "verantwortungslosen Handeln" werde die Regierung "weiter mit Transparenz, Aufklärung und Informationen" entgegentreten.

"Die Gesellschaft zu destabilisieren und zu spalten"

Esken sagte, die Verbreitung falscher Botschaften zur Corona-Pandemie ziele darauf ab, "die Gesellschaft zu destabilisieren und zu spalten". Auch sie rief dazu auf, mit "Aufklärung" zu reagieren. Dabei appellierte sie auch an jene Bürger, welche die Restriktionen gutheißen. 

"Wegschauen und schweigen hilft nicht. Hier müssen wir gegenhalten und uns als streitbare Demokraten erweisen", sagte die SPD-Chefin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Als Beispiele nannte sie Initiativen im Netz oder Diskussionen mit Arbeitskollegen.

Die innenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Ute Vogt, nannte den Protest gegen die Corona-Maßnahmen in der "Welt" ein "gefundenes Fressen" für Rechtsradikale. Sie versuchten, die Unzufriedenheit mit den Auflagen für sich auszunutzen.    

"Legitim, Maßnahmen infrage zu stellen"

Grünen-Vizefraktionschef Konstantin von Notz sagte der Zeitung "Die Welt", zwar sei es "legitim und selbstverständlich, Maßnahmen infrage zu stellen und Unmut zu äußern". Bei den Demonstrationen liefen aber auch jene mit, die "das System grundsätzlich infrage stellen" und Politiker insgesamt für Marionetten der US-Milliardäre George Soros und Bill Gates hielten.    

Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) kündigte laut "Welt" an, dass Demonstranten künftig bei Verstößen gegen die Corona-Schutzvorschriften mit der Auflösung des Protests rechnen müssten. 

fin / AFP