HOME

Das sagen die stern.de-Leser: Links ist ...

In Deutschland herrscht ein Unbehagen über die Verteilung von Arm und Reich, über die Balance von oben und unten, über die gelebte Gerechtigkeit. Linke Rhetorik erlebt eine Renaissance, die Linkspartei feiert Wahlerfolge. Nur was bedeutet das eigentlich, Linkssein? stern.de hat Sie gefragt, unsere Leser. Hier finden Sie die Antworten.

Links ist hip. Wahnsinnig hip. Oskar Lafontaines Linkspartei hat bei den Wahlen in Hessen und Niedersachsen die Marke von fünf Prozent übersprungen, Angela Merkels CDU sozialdemokratisiert spätestens seit der Wahl 2005, und die vormals verschröderte SPD verabschiedet sich, Stück für Stück, von der Agenda 2010 und schlägt entschlossen einen Wohlfühlkurs ein. Managergehälter? Mindestlohn? Hartz-IV-Sätze? Links, so scheint es nun, ist die Antwort auf ein Gefühl des Unbehagens, das sich in Deutschland breit gemacht hat, ein Gefühl des Unbehagens über die Art der Verteilung des Wohlstands in dieser Gesellschaft, ein Gefühl des Unbehagens über einen scheinbar fehlenden Zusammenhalt. Zu unsicher, zu prekär, scheint der Boden, auf dem das Land steht. Und deshalb erlebt die Republik derzeit, jenseits aller messbaren Daten, einen gefühlten Linksruck.

Nur: Was ist das überhaupt, links? Wofür steht der Begriff gegenwärtuig - und wer prägt ihn? Die historische Entwicklung ist noch geschwind beschrieben: Als politisches Bekenntnis gewann das Linkssein erstmal in der französischen Nationalversammlung Bedeutung: Auf der rechten Seite saß schlicht der Adel, links das Bürgertum. Erst später, im Laufe des 19. Jahrhunderts half der Begriff zur Verortung in der einfachen Welt des Klassenkampfes: Es gab die Kapitalisten und die Arbeiter, es gab oben und unten, und in diesem Kampf ging es darum, das Geld, den Wohlstand, neu zu verteilen, von oben nach unten. Linkssein hieß, dass man zur Arbeiterklasse hielt - dass man eine neue Form der Verteilungsgerechtigkeit anstrebte und dass man diese auf dem Weg der Solidarität erreichen wollte, am besten der internationalen Solidarität.

Links gegen liberal

Nur, wofür steht das Linke heute, im Zeitalter der Globalisierung, im Zeitalter kleinstteiliger Milieus und komplizierter Klassen- und Schichtensysteme? Wofür steht linke Politik im Gegensatz zu einem liberalen Verständnis, das zuerst nicht der Gemeinschaft huldigt, sondern der Entfaltungs- und Gestaltungskraft des Einzelnen. Und: Was für Sicherheiten bietet linke Politik?

Was ist eigentlich links. Wir haben Sie, unsere Leser, Mitte der Woche gebeten, uns ihre Antworten auf all diese Fragen zu schicken. Uns haben mehr als 80 Zuschrifen erreicht. Die Bandbreite der Antworten war groß, vor allem der kritischen Zuschriften. Wir haben einige ausgewählt, die die wichtigsten Standpunkte repräsentieren.

Im Kern sind sich die meisten Leser einig, dass es bei linker Politik nach wie vor um Umverteilung geht, von oben nach unten - einerlei, ob man das für notwendig hält oder nicht. So argumentiert etwa stern.de-Leser Frank Albert aus der kritischen Perspektive einer liberalen Wirtschaftspolitik: Linke Politik sei die "Umverteilung von Leistungsträgern zu Leistungsverweigerern" und damit "rückständig" und "populistisch", schreibt er. Einen Beleg für seine Meinung sieht er im Zerfall der sozialistischen Systeme in Osteuropa. Für Deutschland als eine führende Wirtschaftsnation sei linke Politik ein "Totengräber", schreibt er.

Mehr soziale Gerechtigkeit

Dem hält Markus von Brevern entgegen, dass eine linke Politik die Interessen der Allgemeinheit vor das Interesse des Einzelnen stelle - und spielt somit auf den klassischen Konflikt zwischen linker und liberaler Politik an. Auch für ihn gehört zum linken Wertekanon eine Umverteilung von oben nach unten. Er schlägt deshalb konkret vor, die Erbschaftssteuer massiv auszuweiten und einen Kinderfreibetrag für alle einzuführen.

Roland Henn sieht in einer linken Politik das Streben nach sozialer Gerechtigkeit. Ein Begriff, der auf der Agenda aller politischen Parteien steht, aber sehr unterschiedlich interpretiert wird. Für Henn wäre Deutschland schon ein stückweit gerechter, würde die Arbeitsmarktreform Hartz IV und die Rente mit 67 abgeschafft.

Auch David Braun und mit ihm viele andere Leser sprechen sich für mehr soziale Gerechtigkeit aus. Viele definieren jedoch nicht konkret, was für sie sozial gerecht ist. Die Kluft zwischen Arm und Reich müsse verringert werden, schreibt dazu David Braun. Josef Welsch nennt ein Recht auf Arbeit und Löhne, von denen die Beschäftigen leben können, als Punkte für mehr Gerechtigkeit.

Allerdings gibt es auch Stimmen, die Linkssein nicht mit einem Zurückstutzen der Reformen gleichsetzen. Wäre eine Abschaffung der Arbeitsmarktreform Hartz IV gleichzusetzen links, fragt Thomas Thürer rhetorisch - und antwortet selbst: "Die Aufrechterhaltung des gesellschaftlichen Friedens mittels Abfütterung von 15 bis 20 Prozent der Gesamtbevölkerung mit mehr oder weniger großen Almosen kann nicht sozial und auch nicht links sein." In den herrschenden wirtschaftlichen Verhältnissen könne zudem eine Umverteilung nicht gelingen, argumentiert er. Einziger Ausweg ist für ihn, in der globalisierten Welt einheitliche Rahmenbedingungen aufzustellen.

"Alles nur dummes Geschwätz"

Andere Leser finden noch kritischere Worte: "Linke Politik bedeutet: Leistung lohnt sich nicht mehr", schreibt ein Herr Schäfers. Eine linke Sozialpolitik sei zwar gut gemeint, habe aber "für alle Beteiligten langfristig negative Auswirkungen". Auch, weil die Folgen der Globalisierung von den Linken ignoriert würden.

Björn Schütte hält Linkssein "in erster Linie für dummes Geschwätz". Linke Politik sei "fernab von wirtschaftlichen Realitäten", ist er überzeugt und schreibt: "Ansprachen linker Politiker mögen gerecht klingen, aber Wahrheiten enthalten sie selten." Eine nachhaltige Politik sei von den Linken nicht zu erwarten. Letztlich würden bei einer Regierungsbeteiligung der Linken genau diejenigen am Meisten leiden, "die diese Politik gewählt haben, nämlich Sozialschwache".

Viele Leser haben jenseits der Verteilungspolitik auch die außenpolitische Dimension als wichtigen Bestandteil des Linksseins erwähnt. Im Zusammenhang mit linker Politik fällt oft das Wort Frieden. Manfred Schwinger nennt die Friedenspolitik als Eigenschaft einer linken Politik - ebenso Thomas Thürer.

Einen interessanten Ansatz zur Debatte liefert Daniel Röger. Er unterscheidet zwischen linker Politik im Allgemeinen und linksgerichteter Politik in Deutschland. Allgemein sei eine Politik links, die neue soziale, ökonomische und weltanschauliche Verhältnisse zum Vorteil aller, ganz besonders der unterprivilegierten Bevölkerungsschicht, durchzusetzen versucht.

In Deutschland sei dagegen Linkspolitik eine rückwärtsgewandte Ideologie, die versuche, alte sozialistische Züge wieder einzuführen, sagt Röger. Die ursprüngliche Linke sei modern und weltoffen gewesen und mit der derzeitigen nicht vergleichbar. Den Wohlfahrtsstaat von gestern als Ziel von heute auszugeben, löse keine gesellschaftspolitischen Probleme, kritisiert er.

stern.de
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?