Demonstrationen Krawalle zum 1. Mai

Die Feiern zum 1. Mai sind in Berlin wie in den Vorjahren von schweren Krawallen überschattet worden. Nach stundenlangen Straßenschlachten wurden mindestens 30 Randalierer festgenommen.

Am Donnerstagabend attackierten in Kreuzberg Jugendliche die Polizei und schleuderten Flaschen und Steine. Am Heinrichplatz gingen Autos in Flammen auf. Die Polizei ging massiv gegen die teils vermummten Randalierer vor und konnte die Gewalt am späten Abend eindämmen. Mindestens 30 Störer wurden festgenommen. Stundenlange Straßenschlachten wie im Vorjahr gab es bis Mitternacht nicht.

Kleine Gruppe suchte die Gewalt

Mit Wasserwerfern wurden die Gewalttäter auseinandergetrieben, die Beamten setzten auch Tränengas ein. "Wir haben die Lage im Griff", sagte ein Polizeisprecher. Die Krawalle waren gegen 20.00 Uhr ohne erkennbaren Grund eskaliert. "Die Polizei hat sich so lange es möglich war, zurückgehalten", sagte ein Sprecher. Eine kleine Gruppe von "einigen hundert Gewalttätern" habe die Konfrontation gesucht, während die Mehrheit friedlich feiern wollte. Es wird spekuliert, daß der an jeder Straßenecke verkaufte Alkohol die Hemmschwelle bei den meist sehr jungen Randalierer weiter herabgesetzt haben könnte.

Auch Walpurgisnacht nicht friedlich

Schon in der Nacht zum 1. Mai hatte es am Mauerpark in Prenzlauer Berg zu Ausschreitungen von Jugendlichen gegeben. Dort waren die Attacken weniger heftig als 2002. Die Polizei reagierte in diesem Jahr schneller und konsequenter: Mit 103 Randalierern wurden drei Mal so viele wie im Vorjahr festgenommen. Die befürchteten Auseinandersetzungen zwischen NPD-Anhängern und linken Gegendemonstranten in Charlottenburg blieben aus.

Konzept der Deeskalation soll bleiben

Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch kündigte an, trotz der Krawalle am Konzept der Deeskalation festzuhalten. Die Polizeikräfte wollten sich zurückhalten, solange Demonstrationen friedlich verlaufen, sagte Glietsch in der Abendschau des Rundfunk Berlin Brandenburg. "Der Weg ist richtig. Wir werden Schritt für Schritt daran arbeiten, dass Gewalt reduziert wird." Seit 16 Jahren gibt es bei den Feiern zum 1. Mai in Berlin Ausschreitungen. Zugleich kündigte der Polizeichef ein konsequentes Vorgehen gegen Randalierer und Gewalttäter an. Bei dem Polizeieinsatz in der Walpurgisnacht waren 2.500 Kräfte im Einsatz. Am 1. Mai waren 7.500 Beamte, auch aus anderen Bundesländern, in der Hauptstadt unterwegs.


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