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Deutschland: Gustav Heinemann wurde von Verfassungsschutz bespitzelt

Hamburg - Der frühere Bundespräsident Gustav Heinemann (Amtszeit 1969 bis 1974) wurde vor seinem Amtsantritt wegen Verdachts der Nähe zum Kommunismus jahrelang vom Bundesamt für Verfassungsschutz bespitzelt. Das berichtet der stern .

Sozialdemokrat Heinemann führte in den 60er Jahren eine Anwaltskanzlei in Essen, wo er gemeinsam mit dem späteren nordrhein-westfälischen Justizminister Diether Posser viele KPD-Mitglieder verteidigte, die nach dem Verbot ihrer Partei in Haft gekommen waren. Engen Kontakt pflegten sie zu dem Wuppertaler Rechtsanwalt Hermann Rebensburg, der den späteren NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau kannte, Mitglied der Deutschen Friedensgesellschaft war und ebenfalls als prominenter Verteidiger der Linken galt. Keiner von ihnen ahnte, dass Rebensburg für den Verfassungsschutz spitzelte und seine Mandanten verriet.

Erst Ende der Sechziger bekam die Kanzlei einen Hinweis auf den Verräter. "Heinemann, Rau und ich stellten Rebensburg zur Rede. Er gab den V-Mann sofort zu", sagte Posser laut stern in einem Gespräch mit dem Autoren Erich Schmidt-Eenboom, das er in seinem Buch "Geheimdienst, Politik und Medien" (Kai-Homilius-Verlag) veröffentlicht.