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Deutschland: Managergehälter und Börsenkurse entkoppeln

Neben SPD-Politikern will auch der Arbeitnehmerflügel der Union die Auswüchse des Kapitalismus beschneiden und hat dazu gesetzliche Eingriffe bei Managerbezügen vorgeschlagen.

Der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Gerald Weiß, sagte der "Berliner Zeitung", man müsse überlegen, ob die Kopplung von Managergehältern an den Börsenkurs ihres Unternehmens verboten werden müsse. "Denn die hat eine fatale Steuerungswirkung: Der Manager versucht alles, um den Börsenkurs kurzfristig zu maximieren", sagte Weiß.

Weiß schlug zudem vor, langfristigen Investoren über eine Neugewichtung der Stimmrechte mehr Einfluss auf die Unternehmen zu gewähren. Das würde "das Fieber der kurzfristigen Spekulation“ dämpfen". Zudem habe die Unionsfraktion einen Antrag in den Bundestag eingebracht, um mehr Mitarbeiterbeteiligungen zu ermöglichen, die nach Ansicht von Weiß auch als Teil der Altersvorsorge gelten könnten, wenn sie zusätzlich durch eine Versicherung gedeckt seien. Weiß appellierte an CDU-Chefin Angela Merkel, sich in der Debatte um die Zukunft der sozialen Marktwirtschaft klar zu äußern. Sie müsse sagen, wie die Union sicherstellen könne, dass in Deutschland für anständige Arbeit anständige Löhne gezahlt würden.

Gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen

Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hubertus Schmoldt, warnte vor einem Systemwechsel weg von der sozialen Marktwirtschaft. "Einen so genannten dritten Weg gibt es nicht, den haben wir lange genug vergeblich gesucht", sagte Schmoldt der "Welt am Sonntag".

Schmoldt verwies zugleich auf die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen: „Natürlich muss jedes Unternehmen wettbewerbsfähig sein, nur so kann es Arbeitsplätze erhalten und neue schaffen.“ Wenn es aber das einzige Unternehmensziel sei, 18 oder 25 Prozent Kapitalrendite zu erzielen, habe das nichts mehr mit Wettbewerbsfähigkeit zu tun. Der Gewerkschaftsvorsitzende widersprach aber Forderungen aus der SPD, auf Grund der allgemeinen Kapitalismus-Debatte neue Gesetze zu entlassen, etwa, Managergehälter an den Erhalt von Arbeitsplätzen zu koppeln.

AP / AP