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Prognosen zur Wahl: Diese Experten liegen immer richtig - und sagen einen Trump-Triumph voraus

Der US-Historiker Allan J. Lichtman sagt seit 1981 stets den nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten vorher. Diesmal setzt er auf den republikanischen Kandidaten Donald Trump - und ist damit nicht der einzige renommierte Forscher.

Donald Trump

Küsschen für die Anhänger: Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in South Carolina

Donald Trump wird die Wahl gewinnen und der nächste Präsident der USA! Was für viele Amerikaner wie ein Albtraum klingen dürfte, ist die seriöse Prognose einiger der angesehensten Experten im US-Wahlkampf. So sagt zum Beispiel der Historiker Allan J. Lichtman seit 1981 jedes Mal den richtigen Präsidenten vorher. Für dieses Jahr setzt Lichtman auf Trump, ebenso wie der Top-Ökonom Ray Fair von der Yale-Universität - und ein für seine zuverlässigen Prognosen bekanntes Computersystem.

Lichtman beruft sich dabei auf sein bewährtes Modell aus 13 Fakten, das er zusammen mit dem russischen Wissenschaftler Wladimier Keilis-Borok entwickelt hat und das auf den Auswertungen aller Wahlen von 1860 bis 1981 basiert. Die 13 Fakten gilt es mit "wahr" oder "falsch" zu beantworten und sie werden zu jeder Wahl aktualisiert in Lichtmans Buch "Predicting the Next President: The Keys to the White House 2016" veröffentlicht.

US-Wahl: "Ich schaue in keine Kristallkugel"

"Ich schaue in keine Kristallkugel", so Lichtman zur "Washington Post". "Die Schlüsselfragen basieren auf der Geschichte." Und das System habe bisher nun mal stets funktioniert. Es verhalte sich mit den Prognosen wie bei einem Erdbeben: Wenn die Lage stabil sei, bleibe die amtierende Regierungspartei im Weißen Haus, nach einem Erdbeben verliere die Partei und die Herausforderer gewinnen.

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Trump ist für Lichtman "gefährlicher als alle vorherigen Kandidaten in der US-Geschichte." Der republikanische Kandidat werde entweder als Enttäuschung in die Annalen eingehen oder die Wahl in letzter Sekunde für sich entscheiden. Lichtmans Faktencheck spreche zudem für Trump und für eine Niederlage Hillary Clintons.

Lichtman glaubt nicht an klassische Umfragen, weil diese auf statistischen Methoden basierten und mit Multiplikatoren arbeiteten, die nicht vorhersagbar für die Zukunft seien. Allerdings habe diese Wahl das Potenzial, das gesamte politische Fundament zu erschüttern und katastrophale Veränderungen hervorrufen: "Wir wissen es noch nicht sicher, aber möglich wäre es."

Ebenfalls an einen Trump-Triumph glaubt der renommierte Ökonom Ray Fair von der Yale-Universität. Das von dem Professor entwickelte Fair-Modell lieferte bei 21 der 25 US-Wahlen in den vergangenen hundert Jahren die richtige Prognose. Dabei wird vorausgesetzt, dass bei einer Präsidentschaftswahl vor allem die Wirtschaft entscheidend sei: Bei guter Wirtschaftslage hält sich der aktuelle Präsident im Amt, in schlechten Zeiten stehen die Zeichen auf einen bevorstehenden Machtwechsel. In diesem Jahr prognostiziert das Modell demnach nur einen Stimmenanteil von 44 Prozent für die Demokraten.

Computersystem "MogIA" sieht Trump vorne

Zu guter Letzt gibt es auch ein Computersystem, das den Wahlausgang mit künstlicher Intelligenz berechnet und ebenfalls Trump als kommenden Sieger sieht: "MogIA" sammelt laut eines Berichts von "CNBC" Millionen Daten von Quellen wie Google, YouTube und Twitter, wertet sie aus und erstellt aus ihnen die Prognose. "MogIA" hat den Ausgang der letzten drei US-Wahlen richtig prognostiziert und auch die Kandidaten der Republikaner und Demokraten sagte es korrekt voraus. Entwickler Sanjiv Rai in einem Bericht zu "CNBC": "Wenn Trump verliert, dann liegt 'MogIA' zum ersten Mal daneben, und das seit Beginn der Relevanz von Aktivitätszahlen im Internet."

Bei allen Prognosen der Experten bleibt eins aber - noch - festzuhalten: Mit 46 Prozent liegt die demokratische Kandidaten Hillary Clinton in einer aktuellen ABC-Umfrage noch vor Konkurrent Trump. Der kommt ihr mit inzwischen 45 Prozent aber immer näher.




tim