Elterngeld "Vätermonate" werden extra bezahlt


Zwölf plus zwei - so könnte die Einigungsformel der großen Koalition beim Elterngeld aussehen. Dabei sollen die umstrittenen zwei "Vätermonate" zusätzlich zu der einjährigen Unterstützung bezahlt werden.

In der Debatte um das Elterngeld deutet sich in der großen Koalition eine Einigung an: Anscheinend haben sich Union und SPD auf eine einjährige Lösung mit zusätzlich zwei "Vätermonaten" geeinigt. Zunächst hatten die beiden Parteien ein Elterngeld von nur zwölf Monaten geplant, von denen zwei für eine Betreuung des Neugeborenen durch den anderen Elternteil gezahlt werden sollten. Die beiden "Vätermonate" sollen nun zusätzlich gezahlt werden.

Nach den Plänen von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) soll das Elterngeld als Lohnersatzleistung 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens betragen, aber maximal 1800 Euro monatlich. Es soll einen Sockelbetrag von 300 Euro im Monat geben, den alle Erziehende bekommen sollen.

Kosten würden nur geringfügig steigen

Nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" sympathisiert auch Bundeskanzlerin Angela Merkel mit diesem Vorschlag. In Koalitionskreisen heißt es laut der Nachrichtenagentur DPA, diese Zusatzmonate, in denen der berufstätige Elternteil - zumeist die Väter - die Kinderbetreuung übernehmen, würden den vereinbarten Kostenrahmen von vier Milliarden Euro im Jahr nur geringfügig überschreiten. Dem Bericht der "Welt" zufolge sollen die auf 4,2 bis 4,3 Milliarden Euro steigen.

Die umstrittenen "Vätermonate" waren von den Präsidien von CDU und CSU nach heftigen internen Debatten gebilligt worden. Die Kritiker sehen darin einen unzulässigen Eingriff des Staates in das Familienleben. Kanzlerin Merkel hatte sich bei einer CDU-Veranstaltung in Potsdam nachdrücklich für die Beteiligung der Väter an der Kinderbetreuung ausgesprochen. Dabei könne der Staat durchaus Anreize setzen. "Wir müssen einen Weg finden, wo wir nicht bestrafen, aber wo man sehr wohl einen Bonus geben kann", sagte die CDU-Chefin.

DPA DPA

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