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Familienpolitikerin Manuela Schwesig: SPD will Elterngeld auf 16 Monate verlängern

Nicht nur für den Arbeitsmarkt, auch für die Familienpolitik hat die SPD große Pläne: Wenn die Sozialdemokraten die Wahl gewinnen, soll Deutschland gar zum familienfreundlichsten Land Europas werden. Manuela Schwesig, Familienexpertin im Schattenkabinett der SPD, will dann das Elterngeld verlängern - und nicht nur das.

Die SPD will Deutschland im Fall eines Wahlsiegs zum familienfreundlichsten Land Europas machen. Dazu würden Elterngeld und Vätermonate sowie der geplante Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertagesstätte deutlich ausgeweitet, versprach die Familienexpertin im Schattenkabinett von Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier, Manuela Schwesig. "Uns geht es um eine moderne und soziale Familienpolitik", sagte sie am Mittwoch in Berlin.

Die Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommerns war in der vergangenen Woche als eine von zehn Frauen ins Wahlkampfteam Steinmeiers berufen worden. Die 35-jährige Mutter eines Kindes nannte drei Eckpunkte ihrer Familienpolitik: Bessere finanzielle Unterstützung von Familien, Investitionen in die Infrastruktur sowie mehr Flexibilität am Arbeitsplatz, um mehr Zeit für die Familie zu schaffen.

"Wir brauchen nicht arbeitsfreundliche Familien, sondern familienfreundliche Arbeitsplätze", sagte Schwesig. Die Vätermonate oder Partnermonate sollen von zwei auf vier verdoppelt werden. Damit würde ein 16-monatiger Bezug des Elterngeldes ermöglicht, falls beide Partner für die Kinderbetreuung eine Auszeit am Arbeitsplatz nehmen. Die Vätermonate seien "viel mehr wert als jeder teure Managerlehrgang", sagte Schwesig.

Zudem will die SPD die Möglichkeit, Teilzeit zu arbeiten und trotzdem Elterngeld zu bekommen, von sieben auf 16 Monate ausweiten. Den geplanten Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz auch für Kinder unter drei Jahren will Schwesig für eine Ganztagsbetreuung gelten lassen.

Die Debatte um die richtige Familienpolitik in Deutschland war erneut aufgeflammt, nachdem das europäische Statistikamt Eurostat denkbar schlechte Geburtenzahlen für Deutschland vorgelegt hatte. Den Statistiken zufolge sind die Deutschen beim Kinderkriegen europaweit Schlusslicht. Anders als in allen anderen EU-Ländern sei die Zahl der Geburten in Deutschland im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2007 leicht rückläufig gewesen, so Eurostat in Brüssel.

Dabei lag Deutschland schon im Jahr 2007 auf dem letzten Platz unter den 27 Mitgliedsländern. Auf 1000 Einwohner kamen in Deutschland im vergangenen Jahr nur noch 8,2 Geburten, ein Jahr zuvor waren es noch 8,3 Geburten. Europaweit stieg die durchschnittliche Zahl der Neugeborenen pro 1000 Einwohner im Vorjahresvergleich hingegen um 0,3 auf 10,9.

AP/DPA / AP / DPA