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Kommentar

Nach Nazi-Provokation: Erika Steinbach springt Gauland mit krudem Vergleich zur Seite

Nach den provozierenden Aussagen von Alexander Gauland zur deutschen Nazivergangenheit meldet sich die Ex-CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach zu Wort und zeigt: Sie hat da was Entscheidendes nicht verstanden.

Erika Steinbach versucht Alexander Gauland per Tweet zu unterstützen

In einem Tweet versucht Erika Steinbach die Aussagen von Alexander Gauland zu legitimieren

"Wenn die Franzosen zurecht stolz auf ihren Kaiser sind, und die Briten auf Nelson und Churchill, haben wir das Recht, stolz zu sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen." Und "Man muss uns diese zwölf Jahre nicht mehr vorhalten. Sie beterffen unsere Identität heute nicht mehr." Mit Aussagen wie diesen hat es AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland mal wieder geschafft, mit der deutschen Nazi-Vergangenheit zu provozieren.

Nun meldet sich auch die aus der CDU ausgetretene Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach auf Twitter zu Worte. Mit Zitaten von Francois Mitterrand, Helmut Schmidt und Richard von Weizäcker versucht sie die Aussage Gaulands in eine Reihe mit diesen Politikern zu stellen. Es wirkt, als sei sie nach dem Motto vorgegangen: Die "großen Politiker" hätten doch schließlich auch schon festgestellt, dass die deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg auch nur Menschen gewesen seien. Da könne man doch auch zu Recht stolz auf sie sein. Und überhaupt: Warum fallen alle wieder über Gauland her und baden sich in ihrem "unübertroffenen Sündenstolz".

Erika Steinbach hat da was nicht verstanden

Doch da scheint Frau Steinbach den Kern der Zitate nicht verstanden zu haben. Denn die Zitatgeber meinten mitnichten die "Leistungen deutscher Soldaten", auf die so stolz sein möchte. Es ist eine Sache, Soldaten, die für Deutschland im Zweiten Weltkrieg gekämpft haben als Menschen wahrzunehmen, eine ganz andere auf deren Leistung stolz zu sein. Und überhaupt: Worin besteht eigentlich die Leistung eines Soldaten? Einen Krieg zu gewinnen? Möglichst viele Menschen getötet zu haben? Selbst zu überleben? Sicherlich war nicht jeder Soldat ein Kriegsverbrecher, aber er war ein Teil des Systems. Eines Systems, das Kriegsverbrechen vollzog.

Solchen Aussagen wie von Alexander Gauland und die Einordnung von Erika machen deutlich, es kann gar nicht genug über die Verbrechen des Dritten Reiches gesprochen werden kann. Einen Schlussstrich unter die deutsche Geschichte ziehen zu wollen und rückblickend stolz auf die Soldaten zu sein - diese Ansicht zeigt: Wir werden uns noch lange mit unserer Geschichte beschäftigen müssen.