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Ermittlungen gegen Martin Sonneborn Am Brandenburger Tor "rechts überholt"


Seine Slogans schrammen oft haarscharf an der Geschmacksgrenze vorbei, mit einem Bestechungsversuch von FIFA-Funktionären vermasselte er Deutschland fast die WM. Jetzt könnte Martin Sonneborn zu weit gegangen sein: Nach einem Fackelmarsch durch das Brandenburger Tor ermittelt die Polizei.

Gegen mehrere Mitglieder der Partei des Satirikers Martin Sonneborn wird wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt, nachdem sie mit Fackeln durch das Brandenburger Tor in Berlin gezogen waren. Die Polizei teilte am Sonntag mit, sie ermittle gegen 14 Personen. Die Aktion der Satire-Partei "Die Partei", die an Aufmärsche der Nazis erinnerte, sollte sich laut Sonneborn gegen die rechtsextreme NPD richten. "Wir wollten zeigen, dass wir die locker rechts überholen können", sagte der ehemalige Chefredakteur des Satiremagazins "Titanic" der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag.

Rund 30 bis 40 Partei-Mitglieder waren zum 50. Jahrestag des Mauerbaus am Samstagabend durch das Brandenburger Tor marschiert. Sie sangen nach Angaben Sonneborns eine umgeschriebene DDR-Lobeshymne und "Ho, ho, hoch die Mauer". Als die Polizei anrückte, waren die meisten schon weg. Sonneborn selbst nannte seine "Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative" (Partei) eher "inhaltsleer und populistisch".

ono/DPA DPA

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