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Erstarken griechischer Radikaler Gabriel gibt Merkel Mitschuld


In einem Interview äußert sich SPD-Chef Sigmar Gabriel zu den Wahlen in Griechenland. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe das Land mit einem "fantasielosen Spardiktat" an den Rand des Abgrunds geführt.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Mitschuld am Erstarken extremistischer Kräfte in Griechenland zugewiesen. Merkel habe das Land mit einem "fantasielosen Spardiktat" an den Rand des Abgrunds geführt, sagte Gabriel in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der "Zeit". Das "Ergebnis dieser Politik" werde nun sichtbar: "Die Rechtsradikalen und die Europa-Feinde ziehen in die Parlamente ein."

Das "Zusammenkürzen von Staatshaushalten" habe Europa aus der Krise führen sollen, sagte der SPD-Vorsitzende. "Stattdessen bricht um uns herum nun die Wirtschaft zusammen." Gabriel warnte davor, die Griechen "sozial ins Chaos" abrutschen zu lassen. "Wer den Griechen jetzt die Solidarität verweigert, riskiert ein Abgleiten des Landes in chaotische oder längst überwunden geglaubte autoritäre Strukturen."

Bei der Wahl am Sonntag in Griechenland waren die bisher regierenden Parteien, die sozialdemokratische Pasok und die konservative Nea Dimokratia (ND), wegen des von ihnen vertretenen Sparkurses abgestraft worden. Parteien der auf der links- und rechtsextremen Seite legten stark zu.

hw/AFP AFP

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